Burgenforum

Wachturm
wulf - 3-1-2012 um 16:22

Diese Reste eines freistehenden Turmes befinden sich im nördlichen Weinvietel nahe der Grenze. Durchmesser etwa 7,5 Meter. Mauerstärke ca. 80 cm. Es sind 3 Öffnungen vorhanden die gedrittelt erscheinen. Zwei davon sind wohl Türöffnungen. Die dritte liegt über heutigem Bodenniveau.


wulf - 3-1-2012 um 16:25

Die höhere Öffnung.


wulf - 3-1-2012 um 16:26

Mauerdetail südlicher Zugang.


wulf - 3-1-2012 um 16:30

Südlicher Zugang von innen. Das Strauchwerk wurde wohl kürzlich um den Turm entfernt und im Turm gelagert. Unter dem Strauchwerk verstürzte Steine.


KASTELLAN - 3-1-2012 um 18:04

Hast du davon die Koordinaten oder die KG? Das sieht ja schwer ruinös aus ;)

Mit besten Wünschen

der KASTELLAN


wulf - 3-1-2012 um 18:56

Umittelbare Grenznähe, könnte es auch eine Grenz/Mautstelle gewesen sein. Toller Blick in die Ebene nach NW. Aufnahme jedoch nach N.

Standort mitten in einem Feld.


wulf - 3-1-2012 um 19:00

Die großteils vermauerten Balkenlöcher innen weisen alle zur Turmmitte. Ich gehe auch davon aus, daß das Bodeniveau um den Turm früher nicht so hoch war.


KASTELLAN - 3-1-2012 um 21:44

das ist ja oben bei Kleinschweinbarth - wie hatts dich denn da hinauf verschlagen - und überhaupt ohne mir......oder doch ohne mich? :cool:

Jedenfalls danke für die Koordinaten.
Mich würde aber wirklich interessieren wie du dieses "Objekt" gefunden hast.

Mit besten Grüßen
Kastellan Oli


wulf - 3-1-2012 um 22:51

Ohne deiner einer, stimmt. Tja warst eben überhaupt nicht da. Das andere verzähle ich dir beim nächsten Treffen.

LG
wulf


Oliver de Minnebach - 4-1-2012 um 15:58

Ich denke wir sollten den Fund auch über u2u besprechen!

Trotzdem: Ich sage 1540/1600. Irgend ein Rondell.


Also ich hätte das als Silo-Unterbau gesehen, wenn ich da nur vorbeigefahren wäre!!!


Otto von Floridus - 9-1-2012 um 14:18

....uuuund,gibts News ? Der Turm schaut so aus wie die Reste der ehemaligen Wasserburg in Raipoltenbach !
http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Raipoltenbach
http://www.altemauern.info/3_bsr_n_raipoltenbach.htm


Alex - 9-1-2012 um 16:29

Is vielleicht eine blöde Idee, aber vielleicht war das mal eine Windmühle a la Retz:
http://www.weinstadt-retz.at/geschichte-windmuehlen.htm
Die nach sternförmig nach innen führenden Balken könnten recht gut die senkrechte Achse fixiert haben...


Wasserburg wars wohl eher keine, weils nach Norden und Süden bergab geht.

LG
Alex


matthias - 10-1-2012 um 15:58

In manchen deutschen Regionen würde so etwas als Rest einer Warte im Kontext einer städtischen Landwehr in Frage kommen. Aber diese Option dürfte im vorliegenden Fall ja wohl ausscheiden


stefan der gogatzer - 11-1-2012 um 01:45

Schließ mich deiner Idee an Alex, das ist möglicherweise der Unterbau einer Windmühle, in der Region etwas ganz und gar nicht
ungewöhnliches, die meisten sind nur bei Betriebsunfällen abgebrannt! ( Holz und Reibung!)

Übrigens steht auch noch in Riegersburg, am Kastenberg , der Turm einer solchen, am Luftbild gut zu erkennen. Sonst oft nur mehr
Flurnamen(Windmühläcker), wie im benachbarten Niederfladnitz.

Vielleicht hatte sie auch gar nicht viel mehr Mauerwerk, und der obere, in den Wind drehbare Aufsatz, war aus Holz?

Ja und dann gibts auch noch Literatur für die Freunde des heimatkundlichen.....
Herzstück des Weinviertels (das heißt wirklich so!) von Alex Handler, Verlag und Druck Adolf Riedel, Mistelbach a. d. Zaya Hgg. vom Fremdenverkehrsverband Mistelbach
Mistelbach o.J. ( wohl so um 1960)
Da steht auf S.60: "Südlich des Ortes steht eine unter Denkmalschutz stehende Ruine einer bis 1914 noch betriebenen Windmühle..."


Oliver de Minnebach - 11-1-2012 um 10:02

Du meinst die Windmühle in der KG Riegersburg? kenne ich Pz. 831/1. Ist aber keine Ruine mehr. Dürfte ein Wohnhaus sein.


stefan der gogatzer - 11-1-2012 um 13:09

Also um es zu präzisieren: Es gibt außer Retz noch das, von der Straße nicht einsehbare Objekt in Riegersburg, heute in ein
Wohnhaus integriert.

Das Zitat aus dem Büchlein" Herzstück des Weinviertels" bezieht sich auf Klein-Schweinbarth.

Wasserknappheit im Weinviertel ist keine neue Erscheinung. Es gibt von der Eigentümerin der Retzer Windmühle eine
Broschüre wo sie die abgekommenen und aufrechten/ruinösen Objekte auflistet, nur habe ich diese leider nicht.


Oliver de Minnebach - 11-1-2012 um 16:51

In der aktuellen Liste ist keine Windmühle/-Ruine unter Denkmalschutz.


stefan der gogatzer - 11-1-2012 um 17:04

Na,ja........die Schrift ist vom Mistelbacher Fremdenverkehrsverein, würdest du einer ebensolchen des Kremser-Vereines
völligen Glauben schenken?:)


wulf - 11-1-2012 um 20:19

Ein Aufsatz aus Holz müßte, bei einer angenommenen Flügellänge von fünf Meter, mindestens vier Meter hoch sein bis zur Flügelachse.
Wie könnte so eine Mühle aussehen?


matthias - 11-1-2012 um 22:24

Hallo Wulf - etwa so wie eine Kokerwindmühle (s. wikipedia)


wulf - 13-1-2012 um 19:34

Könnte auch sein Matthias.


Mart - 13-1-2012 um 23:53

matthias: Warum bist du der Ansicht dass es sich dabei eher um ein Kokerwindmühle als um eine Turmwindmühle handelt?


wulf - 16-1-2012 um 20:17

Also ...... ich sehe das so, war es eine Mühle dann weisen die außenliegenden Balkenlöcher auf eine Kokerwindmühle hin. Weil ne Turmmühle sowas nicht hat/braucht.
War es ein Wachturm dann hatte er einen Wehrgang außen herum.
Irgendwie war aber (egal ob Mühle oder Turm) die außenliegende Holzkonstruktion ( so es eine gab) sehr nahe zum heutigem Bodenniveau.


matthias - 17-1-2012 um 01:00

@Mart: Ich habe nicht gesagt, dass es sich eher um den Sockel einer Kokerwindmühle als um eine Turmwindmühle gehandelt hat. Ich habe lediglich Wulfs Frage beantwortet, wie man sich auf dem runden Sockel theoretisch einen hölzernen Mühlenaufbau vorstellen könnte. Bitte immer genau lesen und auf den Zusammenhang achten!

Wenn man es aber mit dem Rest einer Mühle zu tun haben sollte, müsste es in der Region Vergleichsbeispiele geben. Sind jemand österreichische Windmühlen bekannt?


Andreas - 18-1-2012 um 12:06

http://de.wikipedia.org/wiki/Retzer_Windm%C3%BChle

"...Die Retzer Windmühle in Niederösterreich ist eine der beiden letzten betriebsfähigen Windmühlen in Österreich. Nur in Podersdorf am Neusiedler See ist noch eine von ursprünglich rund vierhundert Windmühlen Österreichs erhalten geblieben..."


stefan der gogatzer - 18-1-2012 um 13:13

Windmühlen gab es im Weiviertel offenbar doch häufig, doch sind es oftmals, wie schon oben gesagt, nur mehr die Flurnamen,
die dies indizieren.

Mühlen befinden sich ja sehr häufig im Umfeld von Burgen und gehören wohl oft deren dominikalen Umfeld an.
Wie sich das allerdings bei den, eher neuzeitlichen Windmühlen verhält, wäre zu untersuchen.

Es gibt im Weinv. ja durchaus viele Wassermühlen, nur zeigen solche Rechte, wie das Quellenräumen, am Oberlauf der
Pulkau, das oftmals Wassermangel bestand.


Alex - 18-1-2012 um 13:21

Recht reissende Gewässer gibts dort ja wirklich nicht.
Bei uns wären das bessere Drainagegräben ;)

Bei der Burg Luftenberg östl. von Linz ist auch eine Windmühle bekannt.

LG
Alex


Otto von Floridus - 18-1-2012 um 20:09

Also,ich denk mir,wenn schon Windmühle-aber dann am ehesten eine TURMWINDMÜHLE !?

http://de.wikipedia.org/wiki/Turmwindm%C3%BChle


KASTELLAN - 27-1-2012 um 09:03

Also laut Gemeinde Drasenhofen handelt es sich um die Reste einer Windmühle. Kein Silo, kein Aussichtsturm, nein eine Windmühle.....:cool:

LG Kastellan


wulf - 28-1-2012 um 09:26

Dann wars vermutlich eine "schnelle Windwühle" mit rasendem Mahlwerk. Zwei Türöffnungen, bei der einen mit dem Korn rein und gleich bei der anderen mit Mehl hinaus. :D


Otto von Floridus - 28-1-2012 um 11:13

Entweder.die 1. Drive in Mühle ,oder ganz ein gefinkelter Müller,
der einige Mehlsäcke über den 2. Eingang verschwinden lässt ,wärenddessen der Bauer
am Vordereingang auf sein Mehl wartet !:D:D:D