Burgenforum

Wessenstein
karolyi - 3-1-2014 um 17:33

Reste der Burg Wessenstein liegen auf einem Geländevorsprung im Tal des Stainzbach genau am Zusammenfluss mit dem Theussenbach. Wie bereits Baravalle berichtet, wurde die Burg vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Ab 1353 wird die Burg als „purckstall zu Webssenstein“ genannt. Für die Zeit nach dem Aussterben der Wessensteiner, das um die Wende vom 13. auf das 14. Jahrhundert angenommen wird, wird auch das Verlassen und Aufgeben der Burg Wessenstein angenommen. Dafür würden auch die Mauerreste vom Bergfried sprechen, welcher eine Mauerstärke zwischen 1,2 bis 1,4 Meter aufweist.
Wessenstein ist nur mehr in geringen Resten erhalten und es ist das Mauerwerk teils Gemörtelt und im Innenbereich als Trockenmauer aufgeführt. Im Osten und Westen war die Burg durch zwei Gräben gesichert, im Norden und Süden fällt das Gelände steil in die Täler ab und es war hier keine zusätzliche Sicherung notwendig. Ursprünglich war der Zugang im östlichen Teil, wo ein Rest des ?Burgtores ?Gehtürl erhalten geblieben ist. Hier sind mir zwei Löcher von 7cm aufgefallen. Vermutlich waren das Öffnungen für frühe Feuerwaffen. Die Anlage war von einer Ringmauer umgeben, von der sich nur mehr einige Steinlagen an einigen Stellen erhalten haben. Im nördlichen Hang befinden sich Reste eines Zwingers. An der Ostseite ist ein mächtiger Burggraben und auf dem benachbarten Hügel sind auch die Reste vom Torhaus zu sehen. Der Zugang war hier wohl ursprünglich aus Richtung Osten über einen schmalen Grad möglich.
Die Burg war eine wohl wichtige Wegsicherung und sicherte einerseits die Straße von Stainz über den Aiblwirt; eine weitere Straße in Richtung Mausegg-Reinischkogel; ebenso eine weitere Straße in Richtung Greisdorf und somit haben sich hier mehrere Straßen gekreuzt.

L.G.

Karolyi


karolyi - 3-1-2014 um 17:35


karolyi - 3-1-2014 um 17:35

Trockenmauer


karolyi - 3-1-2014 um 17:37

Burghügel


karolyi - 3-1-2014 um 17:38

Futtermauer


karolyi - 3-1-2014 um 17:39

Fragliche Schiessscharte


karolyi - 3-1-2014 um 17:40

Hier auf der linken Seite


karolyi - 3-1-2014 um 17:41

Die Öffnung


karolyi - 3-1-2014 um 17:42

Mauer vom Bergfried 1,4m


karolyi - 3-1-2014 um 17:43

Rest vom Bergfried


karolyi - 3-1-2014 um 17:44

In die Burg gestürzte Mauer


karolyi - 3-1-2014 um 17:45

Bergfried Südseite


karolyi - 3-1-2014 um 17:46

Innenmauer als Trockenmauer mit Fensteröffnung


karolyi - 3-1-2014 um 17:47

Tor, mein Gehstock hat eine Länge von 1,5m


karolyi - 3-1-2014 um 17:48

Hier verschwindet mein Gehstock zur Gänze im Torriegelschacht


karolyi - 3-1-2014 um 17:50

Die Ostmauer mit der Toröffnung


karolyi - 3-1-2014 um 17:50

Der Burggraben


karolyi - 3-1-2014 um 17:51

Die Vorburg


karolyi - 3-1-2014 um 17:52

Mauerreste von der Vorburg bzw. vom Torhaus


karolyi - 3-1-2014 um 17:52

Hier die Innenseite


KASTELLAN - 3-1-2014 um 19:18

Wo ist hier der "gefällt mir" Button? Auf diese Ruine freu ich mich schon :cool:


karolyi - 5-1-2014 um 16:03

Es sind für mich diese Löcher neben dem Tor auch suspekt. Allerdings sind in der Nähe Teile einer zerfetzten Büchse gefunden worden wo der Lauf leicht in so ein Loch hinein passt.
Was besonders auffällt, die Löcher sind erst später durch die Mauer gebohrt worden.
L.G.
Karolyi


Oliver de Minnebach - 6-1-2014 um 21:26

Das mit dem Loch für die Feuerwaffen meinst du doch nicht ernst oder!?!

Da ist nichts anderes als das Negativ einer Gerüststange. Ein Rustholzloch!


karolyi - 7-1-2014 um 17:40

Zitat
Da ist nichts anderes als das Negativ einer Gerüststange. Ein Rustholzloch!


Das war auch unser erster Gedanke. Allerdings handelt es sich hier um Bohrlöcher von 7cm im DM und das hat ein Sprengstoffexperte so auch bestätigt. Es ist halt alles supjektiv im Leben.

L.G.

Karolyi


Oliver de Minnebach - 7-1-2014 um 19:27

Bohrlöcher? In der Tat?
Da muss ich aber in Zukunft mich bei meinen Bauuntersuchungen in Acht nehmen, dass ich nicht so ein Bohrloch fälschlich als Rüstholzloch identifiziere.

Ps: Ich kann mir auch nicht vorstellen dass das trockenmauern sind, dafür sehe ich zu viel verwitterten Mörtel in den Fugen.


karolyi - 7-1-2014 um 19:59

Zitat
Ps: Ich kann mir auch nicht vorstellen dass das trockenmauern sind, dafür sehe ich zu viel verwitterten Mörtel in den Fugen.


Bild 3 reine Trockenmauer!

Komm doch mal vorbei ;)

L.G.

Karolyi


wulf - 8-1-2014 um 11:22

Wollte vielleicht jemand was sprengen ?


karolyi - 8-1-2014 um 19:47

Zitat
Ursprünglich verfasst von wulf
Wollte vielleicht jemand was sprengen ?


Lt. Sachverständigen hätte man das Loch dann nicht gänzlich durchgebrochen sondern nur ca. 2/3 gebohrt.

L.G.

Karolyi


Oliver de Minnebach - 8-1-2014 um 20:26

einfach nur kurios, einfach nur kurios!


karolyi - 8-1-2014 um 20:36

Zitat
Ursprünglich verfasst von Oliver de Minnebach
einfach nur kurios, einfach nur kurios!


Das ist es wohl. Wenn du dir diese Mauerreste anschaust wirst du diese auch sicherlich zeitlich nichteinmal dahingehend datieren wo diese Burg bereits nachweislich abgekommen ist, und da habe auch ich ein Problem damit.

L.G.

Karolyi


karolyi - 10-1-2014 um 21:26

Eine Freundin hat mir diese Schießscharte aus Frankreich zukommen lassen. Und siehe da, auch die hat 8cm DM.


speerstark - 12-1-2014 um 16:29

Die witzigste Theorie ist die mit den Sprenglöchern :D

demütig
speerstark


Gregor - 14-1-2014 um 11:45

Wenn man sich das mal durchüberlegt: Welchen Sinn hat ein derartiges Loch, wenn der Schütze der dahinter steht weder sehen kann, wann ein Angreifer vorbeikommt auf den er schießen möchte, noch irgendwelche Freiheiten hat, die Feuerwaffe in irgendeine Richtung zu bewegen?

Darüber hinaus würd ich als Angreifer bei der ersten Gelegenheit einen faustgroßen Stein in das Loch verkeilen und die Sache wäre zumindest kurzfristig erledigt.


karolyi - 14-1-2014 um 14:35

Zitat
Ursprünglich verfasst von Gregor
Darüber hinaus würd ich als Angreifer bei der ersten Gelegenheit einen faustgroßen Stein in das Loch verkeilen und die Sache wäre zumindest kurzfristig erledigt.


Unser Nachteil ist der, dass wir immer wieder versuchen mit unserer Ratio zu interpretieren. Warum läuft ein Wild z.B. bei einem Schuss, welcher in weiter Entfernung abgegeben wird, in Panik davon? Oder was haben die Menschen in der ersten Eisenbahn gesehen? Hinterfragt einmal solche Situationen genauer.
Bis zu diesem Loch bist du gar nicht gekommen, da dazwischen mindestens ein Burggraben, oder so wie bei Wildon, die Zwingermauer zu überwinden war. Auch heute noch würdest du wahrscheinlich die Hose voll haben, wenn du auf ein Haus zugehst und plötzlich kommt ein Schussaus der Wand.

LG

Karolyi


martin - 14-1-2014 um 20:15

Warum sollte man einen Stein in ein Rüstloch stecken?


karolyi - 14-1-2014 um 21:25

Danke Martin!
Wie schön, dass es dich gibt. Endlich eine fachlich qualifizierte Meinung!

LG

Karolyi


Gregor - 15-1-2014 um 09:54

Zugegeben, das mit dem Stein reinstecken kann zutreffen oder auch nicht - es ändert aber nichts an der technischen Nutzlosigkeit einer Schießscharte, die so groß wie ein Mäuseloch und 1,4 Meter lang konzipiert ist. Im Prinzip hätten die Verteidiger dann auch durchs Schlüsselloch des Burgtores schießen können, ohne ein „Schießloch“ aufwändig „bohren“ zu müssen oder auch in steilem Winkel in die Luft, in der Hoffnung, durch die ballistische Flugkurve den Feind zu treffen ;)

Gibt’s die Schießlöcher zufällig in regelmäßigen Abständen in ungefähr derselben Höhe rund um die noch vorhandenen Mauerreste?

*g* Karolyi nun noch kurz zu deinen charmanten Erklärungsversuchen:
(1) Warum läuft ein Wild z.B. bei einem Schuss, welcher in weiter Entfernung abgegeben wird, in Panik davon?
Weil die meisten Wildtiere Fluchttiere sind.
(2) Oder was haben die Menschen in der ersten Eisenbahn gesehen?
Eine Eisenbahn.
(3) Auch heute noch würdest du wahrscheinlich die Hose voll haben, wenn du auf ein Haus zugehst und plötzlich kommt ein Schussaus der Wand.
Im Falle einer Belagerung würde meine Angst exponentiell, zum Schussradius steigen. Bei einem Radius der gegen null geht hätte ich auch gegen null Angst.


karolyi - 15-1-2014 um 13:52

Zitat
Ursprünglich verfasst von Gregor
*g* Karolyi nun noch kurz zu deinen charmanten Erklärungsversuchen:
(1) Warum läuft ein Wild z.B. bei einem Schuss, welcher in weiter Entfernung abgegeben wird, in Panik davon?
Weil die meisten Wildtiere Fluchttiere sind.
(2) Oder was haben die Menschen in der ersten Eisenbahn gesehen?
Eine Eisenbahn.
(3) Auch heute noch würdest du wahrscheinlich die Hose voll haben, wenn du auf ein Haus zugehst und plötzlich kommt ein Schussaus der Wand.
Im Falle einer Belagerung würde meine Angst exponentiell, zum Schussradius steigen. Bei einem Radius der gegen null geht hätte ich auch gegen null Angst.


Zu Punkt 1: Der Mensch ist nicht nur sondern auch ein Fluchttier und deshalb besitzen wir noch immer unsere Reflexe.

Zu Punkt 2: Dafür gibt es wunderbare Aufzeichnungen darüber wo die Menschen in der Eisenbahn das Feuerroß gesehen haben welches der Teufel reitet und diese Menschen sind vor Angst dann auch davongelaufen.

Zu Punkt3: Habe ich mich vielleicht etwas ungeschickt ausgedrückt. Ich meine natürlich, dass wenn der Lauf auf einen bestimmten Punkt auf den Weg gerichtet ist, und wenn du diesen beschreitest geht der Schuss los. Ist die Schusswaffe gut eingestellt, Dann ist es auch möglich punktuell diesen Ort ob Regen, Schnee, Nacht, Nebel usw. immer einigermaßen zielgenau zu befeuern und dazu ist ein genaues zielen nicht erforderlich. Da hier die Entfernung auf kurzer Distanz gewesen ist wurde möglicherweise dafür sogar Schrott verwendet.

Um das besser zu verstehen habe ich hier noch ein Bild aus Frankreich beigefügt, wo eine Toranlage genauso wie es hier in Wessenstein zu erkennen ist. Die Schießscharten sind mit einem roten Pfeil gekennzeichnet und es ist diese nur im Sinnbild zu vergleichen.


Gregor - 15-1-2014 um 14:03

Werden derartige Schußlöcher - sofern es welche sind - auch irgendwo in der Fachliteratur erwähnt?


karolyi - 15-1-2014 um 14:18

Soweit es mir bekannt ist, sind solche Schießscharten in Publikationen ausschließlich in Frankreich oder England gemacht worden. Das ist ja auch das Problem unserer Burgenforscher im deutschsprachigen Raum. Loch ist nicht gleich Loch und es hat ein jedes Loch seinen eigenen Bestimmungszweck zu erfüllen.


Oliver de Minnebach - 15-1-2014 um 17:15

@ Gregor:

Ich war der 1. mit dem Rüstloch!!!!

Also Martin ist der 2. ;)


wulf - 15-1-2014 um 18:22

Auf Rauheneck gibts auch eine Scharte in der Schildmauer die genau auf das Tor zeigt. Allerdings ist die etwas größer und quadratisch.


Gregor - 16-1-2014 um 16:30

@ Oliver de Minnebach: *hehe* ich weiß, ich dachte nur ich versuchs mal anders.


karolyi - 17-1-2014 um 12:13

Jungs danke, ihr habt mir hervorragende Inputs für meine Arbeit geliefert.

LG
Karolyi


wulf - 3-4-2016 um 09:15

Vielleicht hilft das weiter?


wulf - 3-4-2016 um 09:25


wulf - 3-4-2016 um 19:04