Burgenforum

Hainburg / NÖ
Andreas - 19-4-2009 um 19:01

Das Tor der Tore - Hainburgs Wiener Tor (~1240)

http://www.wienertor.at/


Otto von Floridus - 19-4-2009 um 19:16

Da kann man nur sagen:danke andreas für das tolle bild!
Das alte Stadttor ist ja wie neu! Wahnsinn,echt fein geworden.
lg otto


chateaufort - 20-4-2009 um 21:18

Ich rege hiermit an, eine Abteilung "Ortsbefestigungen" einzurichten.

um Weiterlesen:
Thomas Kühtreiber, The Town Wall. Sign of Communication and Demarcation (The Example of Hainburg, Lower Austria), in: Medium Aevum Quotidianum 47, 2003, 50-68.

Wer nicht genug bekommen kann: In Oberfell/Mosel findet im November 2009 eine Tagung zu diesem Thema statt. Burgen alleine reichen eben nicht!

Grüße, chateaufort


speerstark - 20-4-2009 um 21:26

JAAAAAAA !
"Orts- / Stadtbefestigungen"

da kann ich dann auch ein bíssi etwas von Sébastien Le Prestre de Vauban, Marquis de Vauban beitragen.

lG
speerstark


Andreas - 22-4-2009 um 05:51

die Idee mit Ortsbefestigungen ist gut - ich wusste nicht recht, wo ich Stadtmauern unterbringen soll - nicht Burg, nicht Kirche.

Interessant ist eine aktuelle (Tourismus-)Initiative in Niederösterreich - eine eigene Hervorherbung der "Stadtmauerstädte" Weitra, Waidhofen, Zwettl, Horn, Drosenhofen, Retz, Laa, Eggenburg und eben Hainburg. Da ist scheinbar auch einiges an Geld in die Restaurierung geflossen.

http://www.stadtmauerstaedte.at


Oliver de Minnebach - 22-4-2009 um 06:37

Ja, aber diese "Tourismusinitiative" ist schon mehr tot als lebedig...

Hätte ja ein viel größeres Projekt werden sollen mit allen "Stadtmauernstädten"!!! ...auch KREMS...


Andreas - 22-4-2009 um 07:13

Schade, aber wenigstens die Infofolder sind recht nett und liegen zahlreich auf. Aber zurück zu Hainburg - da habe ich noch einige neue Bilder und ein paar Fragen.

Detail Wiener Tor


Andreas - 22-4-2009 um 07:16

Wiener Tor, Detail mit interessanter Plastik - angeblich spätromanische "Rittertrutzfigur", was immer das sein mag.


Oliver de Minnebach - 22-4-2009 um 11:28

naja, sowas wie steinerne Wächter!?


Andreas - 24-4-2009 um 18:18

Neuer Torwächter


Oliver de Minnebach - 24-4-2009 um 22:14

meinst du die Ratte der Lüfte *würg*


Andreas - 27-4-2009 um 18:30

netter neuer Stadtplan


Andreas - 27-4-2009 um 18:42

gotische Fenstergruppe bei No 22 am Plan oben - laut Stadtführer mit Kreuz des St. Georgs Ritterordens - repäsentativer Stadtsitz? Wer weiß Näheres?


Andreas - 28-4-2009 um 19:23

Detail. Wie mag das ausgesehen haben?


martin - 29-4-2009 um 19:17

Nun, vor der "Sanierung" konnte man noch ganz gut erahnen, wie das einmal ausgesehen hat.
Aber jetzt ist der Zug wohl abgefahren.

Wieder einer der Fälle wo ich froh bin, daß ich noch rechtzeitig Fotos gemacht habe.


Andreas - 29-4-2009 um 20:01

jetzt bin ich umso neugieriger - bitte Photo posten - bei Deinen "Details" habe ich es nicht gefunden?


martin - 29-4-2009 um 23:36

Hier das Vorherfoto ( Mai 2005 )


martin - 29-4-2009 um 23:40

und noch ein Detail mit der alten Färbelung/Fassung.
Wenn ich mir das jetzt so ansehe, könnte es natürlich auch sein, daß die Färbelung schon das Resultat einer älteren Sanierung war.
Andererseits gibt es für diese Art der Farbgestaltung auch Vergleichsbeispiele.
Jetzt ist die Diskussion darüber jedenfalls hinfällig.
Alles wunderbar einheitlich cremefärbig.


martin - 29-4-2009 um 23:45

und das "georgsritterkreuz" hat vorher auch irgendwie anders ausgesehen.
Die Umrandung des Fensters wurde überhaupt wegrationalisiert.


martin - 29-4-2009 um 23:51

So könnte ein ähnlicher Sanierungsvorschlag für die Sixtinische Kapelle aussehen ;):(:(


Andreas - 30-4-2009 um 14:35

Der Bericht des Restaurators wäre interessant - das BDA muss da ja Vorgaben gegeben haben?

Martin, wie kann man sich dieses Fenster im Kontext eines Gebäudes vorstellen? Das Ganze ging ja noch spitzbogig weit hinauf - ging das auch bis zum Boden hinunter?

Kennst Du ähnliche Vergleichsbeispiele?


Andreas - 3-5-2009 um 13:38

Das nächste interessante Gebäude gibt auch Rätsel auf , auch wenn man noch nichts ahnt, wenn man das neue Schild liest.

Eine Synagoge (der 1. Hälfte) des 14. Jhds? Wow!


Andreas - 3-5-2009 um 13:39

Das Schild prangt nämlich bei der Hofdurchfahrt eines (eher hässlichen) neuzeitlichen Zweckbaus, in dem jetzt ein Libro residiert - ab in den Hof - neues Erstaunen - das verfallende Gebäude hinter dem Wellblechhaufen soll das seltene Kleinod sein?


Andreas - 3-5-2009 um 13:43

Aber leider, kein Zweifel, scheinbar hat man seit 600 Jahren nicht daran gedacht, etwas zu restaurieren, es ist vermutlich eher Zufall, dass das Gebäude noch (hinter Beton & Wellblech verpackt) steht.


Andreas - 3-5-2009 um 13:44

Aber der Turm gibt (mir) Rätsel auf - was waren die Vorbilder? Kirchtürme? Wer kennt Ähnliches?

Dazu von einem Artikel in der Jüdischen Kulturzeitschrift "David" Religiöse Bauten jüdischer Gemeinden in Österreich - Zur Dokumentation eines vergessenen architektonischen Erbes (Simon PAULUS, Karin KESSLER)

http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/55-56/Main%20frame_Artikel56_PAUL...

"Hainburg: Dieses Gebäude, im rückwärtigen Teil einer Grundstücksparzelle an der bereits im Mittelalter wichtigen Verkehrsachse der Wiener Straße gelegen, fällt durch einen oktogonal angelegten spitzen Ziegelturm auf, der auf einem quadratischen Sockelbau aufragt. Der daran angrenzende längsrechteckig orientierte Bauteil zeichnet sich durch einen hohen und steilen Giebel aus. Anhand des Mauerwerks lässt sich seine Entstehungszeit auf das 14. Jh. datieren. Schriftliche Quellen und eine mündliche Tradition überliefern für diese Gebäudegruppe eine ehemalige Funktion als Synagoge der mittelalterlichen Hainburger Gemeinde. Innerhalb des Gebäudes lässt sich eine Reihe von späteren Umbaumaßnahmen erkennen. Der bedenkliche Erhaltungszustand der zur Zeit leerstehenden, zuvor als Lagerraum, Werkstatt und für Wohnzwecke genutzten Gebäudegruppe unterstrichen die Notwendigkeit einer gründlichen Gebäudedokumentation, die mit einer lasertachymetrischen Aufnahme, per Hand und durch eine umfangreiche Photodokumentation erfolgte. Die Einmaligkeit der durch den Steinturm gegebenen baulichen Situation und die bisher wenig erforschte Baugeschichte lassen auf eine hochinteressante Auswertung der Dokumentationsergebnisse und auf neue Erkenntnisse zur bisher nicht geklärten Funktion des Turmes hoffen."


Andreas - 9-5-2009 um 05:40

Absurd! Wiener Zeitung, 29.4.09

"In der Wienerstraße gehört Prix [Anm. von Coop Himmelb(l)au] ein überraschendes, in einem Hinterhof verstecktes Denkmal: der spitz gemauerte polygonale Turm einer Synagoge aus dem 14. Jahrhundert. Wollte man die Altersschäden ausbessern, verlöre er seinen Reiz, der sich aus Unangepasstheit inmitten geregelter städtischer Bauformen erklärt. Unangepasstheit ist das Markenzeichen von Coop Himmelb(l)au."

Und deshalb lässt man dieses Juwel verfallen????