Burgenforum

Erste neue Bilder der Gozzoburg
Oliver de Minnebach - 5-9-2007 um 20:50

Noch kein "gescheites" Bild! Aber ich wollt den modernen Glasbau an der linken Seite nicht ins Bild nehmen und ausserdem kann man da schön die rezent vermauerten Fensteröffnungen der alten Geschossteilung erkennen.


lady kitten - 6-9-2007 um 06:28

Schade, ich fand sie vorher viel charmanter. Ohne die obere Fensterreihe wirkt die Fasade ziemlich klobig.


Oliver de Minnebach - 6-9-2007 um 08:02

Aber, die obere Fensterreihe ist eine neuzeitliche Zutat und die Vermauerung dieser war unumgänglich um den representativen Saal über der Loggia wiederherzustellen.

Ps.: Bei der dendrochronologischen Beprobung konnten wir feststellen, dass das Holz für die Balkendecke im Winterhalbjahr 1256/57 gefällt worden ist.

Mfg Oliver


Oliver de Minnebach - 6-9-2007 um 20:32

Renoviertes Fenster über der Loggia!


Oliver de Minnebach - 6-9-2007 um 20:39

Exklusiv für euch ein Ausschnitt aus dem "frisch" aufgedeckten Freskenzyklus im Turmsaal!


Oliver de Minnebach - 6-9-2007 um 21:02


Oliver de Minnebach - 6-9-2007 um 21:03


Oliver de Minnebach - 6-9-2007 um 21:09

Die einzige gesicherte Darstellung von Gozzo auf einem von ihm gestifteten Fresko in der Dominikanerkirche Krems!


Oliver de Minnebach - 25-9-2007 um 20:43

So liebe Burgenformums-Freunde!

Hab es mir nicht nehmen lassen am Wochenende auf die Eröffnung der Gozzoburg zu gehen. Alles fand im Rahmen eines "Mittelalterfestes" statt. Doch was ich dort erlebt und vernommen habe grenzt an die letztklassigkeit von allem bisher gesehenem!!!!

Die Arbeiten an der Gozzoburg sind nur Aussen fertiggestellt, aber drinnen wartet ncoh eine ganze Menge Arbeit auf die Gozzoburg Immobiliengesellschaft.

Ich sage euch der pure Wahnsinn, ich könnte mich stundenlang ausheulen!

Vielleicht kann ich mich dazu überwinden euch Bilder zu zeigen!

Gott warum tust du uns so etwas an????? Warum!!!


martin - 25-9-2007 um 21:24

Also dann her mit den Bildern.

Ich halt das schon aus.


Wilhelm von Baumgarten - 25-9-2007 um 21:36

Der Architekt, der hier am Werk war hat in seiner Ansprache bei der Eröffnung erklärt, "er habe sich gefühlt wie ein Dirigent in einem großen Kunstwerk" - was immer das auch heißen mag.


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 20:49

Die "Aussenhaut" der Gozzoburg wurde ja wirklich sehr gut restauriert! Aber...;)


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:07

Die Katharinenkapelle ist der östlichste Bauteil der Gozzoburg.

Beachte: Auf der linken Seite der Apsis der Ausgußstein der Sakaramentsnische.


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:08


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:11


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:15

durchbrochen-gearbeitetes Kapitell, 1250/60


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:24


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:31


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:32


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:34


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:40


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:41


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:42


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:43


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:49

Es gibt 2 Kapellen in der Gozzoburg!!!


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:50

...aber dieses Bild ist die Balkendecke von 1256 im Saal über der Loggia.


Oliver de Minnebach - 27-9-2007 um 21:52

Schlußstein der Torturmkapelle

...mit rosa Dispersionsfarbe drauf, weil jeder Raum in der Gozzoburg ein Wohnraum war...in diesem Fall...Teil eines Badezimmers...romatisch oder?


martin - 27-9-2007 um 23:37

Hier ein kurioses Foto der Ostkapelle VOR der Restaurierung :
Die Kapelle war bewohnt, die Gewölbedienste waren mit mehreren Lagen von Blümchentapeten überklebt!


Oliver de Minnebach - 29-9-2007 um 20:58

Hallo Martin!

Woher hast du dieses Bild?????


martin - 30-9-2007 um 18:33

habe ich gemacht, bei einer Begehung ( Mai 2005)


Oliver de Minnebach - 1-10-2007 um 19:38

Und wie bist du zu dieser Begehung bekommen? Ich habs ohne Fotoapparat hineingeschaft, das war im März 2007 wärend den laufenden Arbeiten. Den Zugang hat mir eine befreundete Restauratorin verschafft.


Oliver de Minnebach - 1-10-2007 um 20:43


Oliver de Minnebach - 1-10-2007 um 20:44


Oliver de Minnebach - 1-10-2007 um 20:45


Oliver de Minnebach - 1-10-2007 um 20:49


martin - 6-10-2007 um 20:59

Sind die ergänzten Kapitelle eigentlich durch Reste der originalen Kapitelle oder ähnliches belegt ?
Oder sind sie frei erfunden ? Ich habe solche Teile noch nie gesehen : Eine Art Kelchkapitell mit Eckknollen.


Andreas - 7-10-2007 um 11:48

Ohne mir den Groll der geschätzten Forumsteilnehmer zuziehen zu wollen, doch bisher weisen die Schilderungen und vor allem die prachtvollen Bilder auf eine gelungene Restaurierung und Revitalisierung hin, die ziemlich viele Euros gekostet haben dürfte? Ich kenne aber den Lokalbefund nicht - daher meine Frage - wo sind die Kritikpunkte (ausgenommen die postmoderne Fassade)?

Bezüglich der Biforenfensterkapitelle steht im Kurzbericht des BDA nichts Genaueres http://www.bda.at/text/136/908/8423) - das eine Bild vom BDA (mit Holzstütze in der Mitte?) spricht meines Erachtens eher für eine Ergänzung als für eine der im Text erwähnten wiedergefundenen Spolien.


Oliver de Minnebach - 13-10-2007 um 15:04

Lieber Andreas!

Tut mir leid für meine späte Antwort, aber bei gehts einfach nicht anders! Das mit den "wiedergefundenen Spolien" ist so eine Sache... alle Kapitelle in den Biforien sind neue Werkstücke, dafür gibt es auch keine Befunde, sondern nur Vermutungen! Es wurden mehr als 1500 Werksteinspolien gefunden, mit denen man - wenn ausreichend Geld fließen würde - die Katharinenkapelle fast zur Gänze wieder herstellen könnte.

Über die "Revitalisierung" könnte ich Bände sprechen...
doch die Kritik besteht darin: Es wurde ein fixer Plan für die Revitalisierung aufgestellt, dabei hat man wohl vergessen, dass bei den Arbeiten so manches auftauchen könnte. Ein fixes Raumkonzept wurde getroffen und der Termin für das Eröffnungsfest stand auch schon fest....

und dann kams Schlag auf Schlag,... und das Geld reichte nicht aus...

Nach dem Motto: Aussen hui - innen pfui! kann ich das Werk nur beurteilen. Da wäre noch so vieles Innen zu machen, einige Sensationen warten ja noch unter einer dicken Putzschicht!

Mfg Oliver

Ps.: Wollt ihr negative Beispiele von der Gozzoburg sehen???? Ich kann euch einiges zeigen!


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:29

Eigentlich war ich euch noch ein ordentliches Bild von der renovierten Fassade der Gozzoburg schuldig!

lg

Oliver


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:39

Es folgt der Freskenzyklus des Turmzimmers....


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:41


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:41


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:43


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:47

...super toll...


Oliver de Minnebach - 22-11-2007 um 14:50


martin - 14-12-2007 um 21:09

Es gibt nunmehr ein Buch über die Sanierung der Gozzoburg und die dabei gewonnenen Erkenntnisse.
Die Gozzoburg - Der Stand der Dinge; ISBN : 978-3-901858-06-2
Autoren : Günther Buchinger, Elga Lanc, Paul Mitchell, Doris Schön, Helga Schönfellner-Lechner, Thomas Schwieren, Christoph Tinzl

d.h. man kann auf jeden Fall über die Fresken eine kompetente Abhandlung erwarten.

Mehr auf der Homepage des BDA

Erhältlich beim Verlag Berger : Link , kostet anscheinend heiße € 5.


Oliver de Minnebach - 9-9-2008 um 09:27

Vor kurzem wurde ein geschlossener Wandmalereizyklus im Turmzimmer der sog. Gozzoburg in Krems an der Donau (Österreich) entdeckt. Der Barlaamzyklus ist – wenn die Datierungen von kunst- und bauhistorischer Seite halten – neben den Iwein Freskenzyklen in Schloss Rodenegg und in Schmalkalden (beide aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts) vermutlich die einzige profane Monumentalmalerei des 13. Jahrhunderts.

http://www.imareal.oeaw.ac.at/seiten/texte/barlaam.pdf


Oliver de Minnebach - 20-9-2008 um 16:17


Oliver de Minnebach - 20-9-2008 um 16:50

Untersuchungen am ÖAW-Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit identifizieren den mittelalterlichen Wandmalereizyklus der Gozzoburg als kulturhistorisches Denkmal ersten Ranges.

Die Kremser Gozzoburg birgt eine kunsthistorische Rarität. Die Wandmalereien, die im Zuge der Generalsanierung 2006/07 im Repräsentationsraum des Wohntraktes entdeckt wurden, zeigen Szenen der seit der Antike bekannten Legende "Barlaam und Josaphat". Das weist Gertrud Blaschitz vom Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in einer Studie nach. Der Wandmalereizyklus stellt - neben den Iweinfreskenzyklen in Deutschland - die einzige geschlossene Monumentalmalerei des 13. Jahrhunderts nördlich der Alpen dar.

Im Zuge der Generalsanierung der sogenannten Gozzoburg in Krems/Donau (NÖ) kam im Wohntrakt des dreigeschossigen Baukörpers ein Wandmalereizyklus von hervorragender Qualität zum Vorschein. Die Malereien bedeckten alle vier Wände des seinerzeit als Wohn- und Repräsentationsraum genützten Freskensaales. Das Bauforschungsteam datierte die Entstehung des Baues zwischen 1249 und 1291.

Die während einer Umgestaltung des Gebäudes um 1526 zum Teil zerstörten oder übertünchten Fresken konnten bei der Restaurierung 2006/07 freigelegt werden. Kunsthistorisch sind die Malereien exzellente Zeugnisse der Zeit an der Wende von der Spätromanik zur Frühgotik. Nun gelang Getrud Blaschitz vom ÖAW-Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit die eindeutige Identifizierung der Bildinhalte: "Obwohl durch ein in der frühen Neuzeit eingezogenes Gewölbe nur einzelne Szenenteile sichtbar sind, lassen sich zweifelsfrei Handlungseinheiten aus der seit der Antike bekannten Legende 'Barlaam und Josaphat' erkennen", sagt die Wissenschafterin.

Grundlage der Geschichte ist die verchristlichte Version des Lebens und der Bekehrung Buddhas mit sehr verschlungener Text- und Stoffgeschichte, die von Indien nach Palästina gelangte und Adaptierungen durch Judentum, Islam und Christentum erfuhr. Es gibt aber auch georgische und griechische Fassungen, die ihrerseits wieder in die lateinisch-patristische Literatur Aufnahme fanden. Die Erzählung handelt von der Bekehrung des indischen Königssohnes Josaphat (so die spätere griechische Namensform für Buddha) durch den Eremiten Barlaam und war ein beliebter Stoff des europäischen Mittelalters. Basierend auf der griechischen Fassung gab es eine lateinische Übersetzung, die bereits im 12. Jahrhundert - vermutlich durch Kreuzfahrer - nach Europa gelangt war und zahlreiche Abschriften erfahren hat. Sie war auch im österreichischen Raum ziemlich bekannt, wie zahlreiche Manuskripte in Klosterbibliotheken des 12. und 13. Jahrhunderts dokumentieren. Der Barlaam und Josaphat-Stoff war, wie die zahlreich überlieferten Manuskripte belegen, sowohl in griechisch-lateinischen als auch in volkssprachlichen Versionen, weit verbreitet und man kann, wie Gertrud Blaschitz betont, eine gute Stoffkenntnis in der Bevölkerung annehmen.

Bemerkenswert ist der innovative Ansatz in den Darstellungen in der Gozzoburg: "Die hier in Bildern realisierten literarischen Inhalte sind weit entfernt von der konventionellen Visualisierung zeitgleicher religiöser Inhalte. Durch die hohe Qualität in der Ausführung sind die Freskan als bedeutende Innovation des überkommenen bekannten Bildrepertoires und des damals gängigen ikonographischen Könnens zu werten", so die Wissenschafterin. Die Darstellungen folgen einem alten Schema. Bereits in Manuskripten des 11. Jahrhunderts wird die Legende als Zyklus von meist zwölf Parabeln mit prägnanten Motiven aus der Vita Josaphats dargestellt. Die Illustration scheint schon damals einem festgelegten Kanon zu folgen. Dieser Kanon weist mit dem Ausstattungsschema in der Gozzoburg eine hohe Übereinstimmung auf.

Bemerkenswert an den Kremser Wandmalereien ist, wie Blaschitz betont, die frühe bildkünstlerische Rezeption eines literarischen Werkes. Die bildliche Umsetzung von Literatur in bürgerlichen Wohnbauten tritt nördlich der Alpen erst im 14. Jahrhundert breiter auf. Das bildnerische Programm wurde in relativ enger Anlehnung an die literarischen Vorlagen realisiert. "Das Bildwerk zeugt sowohl vom Bedürfnis nach repräsentativer Selbstdarstellung des Auftraggebers als auch von seinem deutlichen Wunsch nach Visualisierung eines bestimmten literarischen Themas. Die damit verbundene Intention ist wohl, dem Ziel der Dichtung entsprechend, die Darstellung der Verkündung des Sieges des Christentums und die ethische Formung der Menschen", so die Interpretation der Wissenschafterin.


Andreas - 21-9-2008 um 11:23

Wo wohl das eigentliche Interesse des Kurier-Photographen gelegen ist?


Oliver de Minnebach - 21-9-2008 um 20:04

Geh bitte, Andreas! ;)