Burgenforum

Kefermarkt
Alex - 27-7-2009 um 20:30

Die Pfarrkirche von Kefermarkt, erbaut in den 1470ern von Christoph Zelking mit dem genialen Flügelaltar von 1504.
Die Bögen über den Strebepfeilern sind von später dazugekommen.


Alex - 27-7-2009 um 20:37

Durch das Südportal, welches genau so bescheiden ist wie das Nordportal,...


Alex - 27-7-2009 um 20:39

... betritt man die Kirche, von ganz und garnicht bescheidener Raumwirkung


Alex - 27-7-2009 um 20:44

13.5m hoch und 6.m breit, einer der größten Altäre aus dieser Zeit.
Leider hat man im 19.Jhdt etwas viel herumgepfuscht und dabai auch die Farben entfernt:mad::mad::mad::mad:


Alex - 27-7-2009 um 20:45

nachdem man über den Altar eh überall lesen kann zurück zur Kirche:
hier das Gewölbe vom Hauptschiff


Alex - 27-7-2009 um 20:48

das linke Seitenschiff


Alex - 27-7-2009 um 20:48

und das rechte


Alex - 27-7-2009 um 20:49

Blick zur Empore


Alex - 27-7-2009 um 20:50

und wenn man genau schaut...
2 Emporen! beide original!


Alex - 27-7-2009 um 21:03

Emporenfenster Süd


Alex - 27-7-2009 um 21:03

und Nord


Alex - 27-7-2009 um 21:09

unter der Empore hat man in den 30ern an der Nordseite nette Fresken feigelegt


Alex - 27-7-2009 um 21:11

das Taufbecken


Alex - 27-7-2009 um 21:12

Chor-Südseite


Alex - 27-7-2009 um 21:16

zum Schluss der Turm mit dem Treppentürmchen.
leider hab ich keine Ahnung wozu die Konsolen oben beim Schallloch dienen...


Alex - 27-7-2009 um 21:19

und schon gar nicht wozu der Hocheinstieg an der Südseite da ist. Das sind mehr als 10 m! Als Wehrkirche hats nie gedient und die Burch (das heutige Schloss Weinberg) is nur ein paar 100m entfernt...
Ideen???


Wilhelm von Baumgarten - 28-7-2009 um 08:51

Steht die Kirche an einer Geländekante ? Wenn ja, dann könnte vielleicht ein älterer Turm mit Wehrcharakter beim Bau "zweitverwendet" worden sein.


Alex - 28-7-2009 um 14:08

also Geländekante is etwas gewagt, die ganze Ortschaft steht mitten am Hang; das Gelände der Kirche ist zwar etwas flacher, wirkt aber aufgeschüttet (siehe erstes Foto, von li nach re ansteigend). Auch das innere der Kirche macht fast einen halben Meter von der Empore zum Chor).
An einen Wehrturm hab ich auch gedacht, wird aber nirgends was davon erwähnt. Leider ist alles flächig verputzt, also keine Chance am Mauerwerk was zu erkennen. Der Unterschied bei der Eckquaderung zwischen Turm und den schrägen Strebepfeilern an den Westecken kommt davon, dass die Strebepfeiler erst nach 1500 angebaut wurden.


Oliver de Minnebach - 28-7-2009 um 14:23

Nein, die Idee mi dem 2. turm verwerfen wir jetzt gleich wieder obwohls ein guter Ansatz ist.

Die Strebepfeiler verbindenden Bögen machen ja auch einen Sinn... nur glaub ich nicht dass die Nachträglich sind. Diese könnten ein nicht mehr erhaltenes Wehrobergeschoss mit umlaufender Gallerie getragen haben. Dazu auch ein Hocheistieg der über eine mehr oder minder aufregend gestaltete Holzkonstruktion zu erreichen war und dadurch auch sehr gut zu verteidigen. Dazu muss es aber auch irgendwie Literatur geben, vorallem weil die Kirche architekturgeschichtlich ja ned unbedeutend ist.

Ein Beispiel für so eine Wehrgallerie bildet die nicht soo weit entfernte Kirche von St. Peter in der Au im Mostviertel.


Oliver de Minnebach - 28-7-2009 um 14:32

Die Verteidiger erreichten ihre Standplätze über die Stiege im Turm, die zum rundum mit Schießscharten versehenen Wehrobergeschoß des Chores führt. Über eine Tür gelangt man dann zum Dachboden des Langhauses, und von dort war über eine Leiter der Abstieg zum Gewölbe und zum zwischen den Mauern liegenden Laufgang hinter den Schießscharten möglich. Dieses Abwehrsystem stammt aus Südfrankreich und ist dort seit der 2. Hälfte des 12. Jh.s üblich. Auch der Papstpalast in Avignon ist auf eine solche Weise befestigt. Seit dem 15. Jh. findet man es bei Kirchen in Siebenbürgen.

In St. Peter hatte man zusätzlich zu diesen Verteidigungsbauten auch an die lebenswichtige Wasserversorgung im Falle einer langdauernden Belagerung gedacht: In der Kirche, unterhalb der Orgelempore, wurde anläßlich der Renovierung 1954 ein 12 m tiefer Brunnenschacht entdeckt, der heute mit einem Deckel verschlossen ist.

Die spätgotische Hallenkirche stellt mit dem System der Verteidigungsbogen eine architektonische Rarität in Österreich dar. Ähnliche Bauweisen sind in Südfrankreich und in Siebenbürgen anzutreffen. Arkaden tragen die Dachkonstruktion, deren Dachgeschoß 26 Schützenstände mit Schlüssellochscharten und entlang der Langmauern 40 cm breite Wurfspalten aufweist. Hierzu kommen noch 12 Schützenstände mit Schlüssellochscharten über dem älteren Kirchenchor.


Oliver de Minnebach - 28-7-2009 um 14:33

Pfarrkirche St. Peter in der Au


Alex - 28-7-2009 um 21:12

Das Konzept mit der Wehrkirche würd mir eigentlich recht gut gefallen, aber für die Errichtung der Bögen gibts laut Kirchenführer eine konkrete Jahreszahl: 1752 :(
Außerdem gibts am Chor nix mit Verteidigungs-Potential, obwohl dieser der Bergseite zugewandt ist.

Hm, kennt jemand eine Wehtkirche in OÖ - mir fällt leider keine ein


Alex - 28-7-2009 um 21:18

aber irgendwie wollte man den Turm wohl doch etwas defensiv gestallten. Der angebaute Treppentum an der Nordwest-Seite hat selbst einen höhergelegten Eingang, etwa 2m über dem Boden.
Vom Kircheninneren kann man allerdings ungehindert rein...


Alex - 28-7-2009 um 21:25

Die Treppe mündet einerseits aud die Empore, andererseit auch in den Turm, knapp unterhalb des Einstiegs auf der Südseite.


Oliver de Minnebach - 29-7-2009 um 09:09

Unde welchen Grund giebt der Kirchenführer für die Errichtung der Bögen an?


Alex - 29-7-2009 um 20:04

statische Probleme!
Drum hat man auch um etwa 1500 die schrägen Strebepfeiler an der Westseite angebaut.
Auch heute ist das Ganze noch etwas in Bewegung - unter der großen Empore, genau hinter dem Turm gehen ein paar häßliche Risse genau durch die Konsolen vom Gewölbe!

Oliver, kennst du vielleicht eine Wehrkirche in OÖ???


speerstark - 29-7-2009 um 21:09

Statik kennt keine Probleme!

Statik kennt nur Architekten die Probleme machen. Hörte ich. ;)


Oliver de Minnebach - 30-7-2009 um 18:09

Wie ich schon sagte, in Enns da gibts ne Landesgrenze und auch so weit reicht mein Wissen über Wehrkirchen!


Alex - 4-8-2009 um 12:32

kennt irgendwer anderes Wehrkirchen in OÖ?
bin ja selbst von dort, kenn allerdings keine :(, was allerdings nichts bedeuten soll.