Burgenforum

Pfarrkirche Zellendorf
Otto von Floridus - 12-2-2012 um 17:46

So,meine lieben Burgenfreunde-heute etwas aus der Heimat meiner Urgroßeltern.

Der stattliche gotische Bau mit dominierendem Westturm stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, das Langhaus wurde über frühmittelalterlichen Fundamenten errichtet und im Jahre 1739 barockisiert.
Das dreischiffige, dreijochige Langhaus mit gestaffeltem Aufriß war ursprünglich flachgedeckt (Reste des mittelalterlichen Traufgesimses sind am Dachboden erhalten). Über den die Schiffe trennenden gotisch abgefaßten Spitzbodenarkaden auf Achtseitpfeilern ist ein barockes Gewölbe aufgesetzt.


Otto von Floridus - 12-2-2012 um 17:48

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Otto von Floridus - 12-2-2012 um 17:49

Der gotische Karner, der südöstlich der Kirche steht, stammt aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts


Otto von Floridus - 12-2-2012 um 17:50

Der fünfzonig gegliederte Turm hat Schießschartenluken und gekuppelte gotische Fenster, im Schallgeschoß Rundbogenfenster. Darüber Uhrengiebel und Pyramidenhelm.


Otto von Floridus - 12-2-2012 um 17:58

Die Kirche steht ja einsam und ganz alleine mitten im Feld und nicht im Dorf .
Dazu gibt es eine Sage :
Als die Zellerndorfer beschlossen hatten, eine Kirche zu bauen, suchten sie nach einem geeigneten Platz. Bald waren sie einig, dass das Gotteshaus mitten im Ort stehen sollte. So brachten sie zunächst eine große Menge an Steinen herbei, um dann damit ein festes Mauerwerk zu errichten.

Doch kaum hatten sie aus den schweren Quadern die Grundmauer errichtet und einige Scharen aufgesetzt, so dass der Grundriss gut zu erkennen war, da wunderten sie sich am nächsten Morgen: Auf einer Anhöhe außerhalb des Ortes entdeckten sie denselben Grundriss mit denselben Mauern wie im Ortsinneren. Sie erkannten das Ebenbild jener Kirche, die sie im Ort errichtet hatten. Nur ward bei diesem Mauerwerk, das über Nacht aus dem Nichts entstanden war, kein einziger Arbeiter je gesehen worden. Einige meinten, dass hier nur Engel am Werk gewesen sein könnten und sahen darin einen Fingerzeig Gottes. Sie rissen ihr begonnenes Werk ab und vollendeten jenen Bau außerhalb des Ortes, der auf so geheimnisvolle Weise entstanden war.

Hier steht die Kirche mit dem Karner heute noch und blickt weit ins Land. Die Niederung hingegen wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder von der Pulkau überschwemmt.

lg otto