Burgenforum

Teufelsgraben südlich von Graz
lady kitten - 15-9-2005 um 19:32

Graz - Ein ungewöhnliches Bodendenkmal südlich von Graz, der Teufelsgraben in Lebring-St. Margarethen, gibt Archäologen Rätsel auf. Ein Team im Auftrag des Verein Kulturpark Hengist versucht dem Erdwerk in Lebring-St. Margarethen das Geheimnis seiner Errichtung und Funktion zu entlocken. Sie vermuten, dass der Teufelsgraben im Frühmittelalter dem Erzbistum Salzburg als Territorialgrenze diente.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich immer wieder Wissenschafter mit der Graben-Anlage, die heute die Südgrenze der Gemeinden Lebring-St. Margarethen und Lang hin nach Gralla und Tillmitsch bildet, auseinander gesetzt - und zum Teil kuriose Erklärungen geliefert: Man spekulierte u.a. über einen römerzeitlichen Bewässerungskanal.

Ursprünglich monumentale Ausmaße

"Das Erdwerk findet sich bereits in einer Urkunde des Jahres 982 n. Chr. , erstreckte sich ursprünglich über mehrere Kilometer zwischen Mur und Laßnitz und ist eindeutig nach Norden orientiert", erklärte Grabungsleiter Christoph Gutjahr. Nahe der Autobahnraststätte Gralla ist das Geländedenkmal noch sehr gut erhalten. Dort hat der Graben eine Tiefe von eineinhalb und eine lichte Weite von etwa sechs Metern. Streckenweise wird er von einem noch bis zu 80 Zentimeter hohen und an seiner Basis bis vier Meter breiten Wall aus Aushubmaterial von der Grubensohle begrenzt. "In den ersten Wochen wurden zwei Grabungsschnitte durch die Anlage gelegt, die einen hervorragenden Eindruck von der Mächtigkeit dieses Geländedenkmals vermitteln", so Gutjahr.

Vom Aufbau her erinnere der Teufelsgraben an so genannte Landwehren, wie sie u.a. aus Westfalen und dem Rheinland bekannt seien, meint Gutjahr. Diese Anlagen aus parallel zueinander geführten Wällen und zum Teil Wasser führenden Gräben wurden zum Schutz von Dörfern und dazugehörenden Feldern, in manchen Fällen aber auch zur Kanalisierung des Personen- und Warenverkehrs an Kontrollstellen (Zollstellen) errichtet. "Der 'Teufelsgraben' ist jedoch um gut 300 Jahre älter", schätzt der Grabungsleiter.

Ko-Finanzierung

Gutjahr nimmt an, dass der Teufelsgraben bereits im Frühmittelalter dem Erzbistum Salzburg als Landwehr bzw. Territorialgrenze für das Gebiet der "civitas Zuib" im Bereich von Altenmarkt bei Leibnitz diente und vermutlich auch von diesem angelegt wurde. Weitere Untersuchungen seien jedoch noch notwendig. Die Finanzierung der Grabung wird vom Kulturpark Hengist, dem AMS Steiermark im Rahmen eines Projektes für Langzeitbeschäftigungslose und der Marktgemeinde Lebring-St. Margarethen getragen. An der Grabung wirken auch Studenten der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg (Deutschland) mit.(APA)

Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=2174212


Andreas - 15-8-2008 um 07:53

2007 aufgenommen, das Eindrucksvollste war die Tafel, der Graben (im Wald links daneben) ziemlich mit Vegetation gefüllt


gono38 - 7-9-2009 um 10:52

warum kann sich eigentlich keiner vorstellen, dass es sich bei diesem Teufelsgraben um einen vorgelagerten Abwehrgraben zur einstigen Hengisburg
gahandelt hat ? Was ja topografisch voll logisch wäre, denn immerhin handelt es sich hier um die südöstlichste grenzspitze und damalige Landesgrenze.