Burgenforum

Guedelon - Stand Mai 2011
Mart - 11-12-2011 um 12:20

Es ist zwar schon etwas her, aber jetzt stell ich doch mal die Bilder hier rein.

Hier haben wir das Innere des Ziegelofens, das mag für den einen oder anderen auch interessant sein.


Mart - 11-12-2011 um 12:26

Und hier einen Freiwilligen beim ziegelschlagen. Die Arbeiten werden anscheinend zu einem wesentlichen Teil von interessierten Laien ausgeführt die sich für einen begrenzten Zeitraum beteiligen - so bringt man die Experimentalarchäologie "unter's Volk".


Mart - 11-12-2011 um 12:30

So sieht übrigens eine Holzhütte mit lehmverputzten Flechtwerk aus die man nicht regelmäßig wartet. Ein gutes Beispiel warum man heute keine Reste mehr von solchen Bauten findet, und warum Stein- und Ziegelbauten auf die Dauer doch beliebter sind.


Mart - 11-12-2011 um 12:41

"Tour Maitresse" mit ein paar interessanten Details wie wechselnder Mauerwerkqualität, Balkenlöcher offen, geschlossen und benutzt und dem allseits beliebten Aborterker über dem Lichtschlitz.


Mart - 11-12-2011 um 12:44

Überblick. Ich nehme an das "gebänderte" Mauerwerk hat im Wesentlichen einen dekorativen Zweck, oder irre ich mich da?


Mart - 11-12-2011 um 12:46

Zugang zur Burg (links vom Bild).
Alles schön mit Holznägeln ausgeführt, ausser den Planken auf der Brücke - aber DIE Eisennägel sind handgeschmiedet!


Mart - 11-12-2011 um 12:48

So soll's mal aussehen.


Mart - 11-12-2011 um 12:50

Im Moment ist man so weit. Wie man im Vordergrund erkennen kann war die Errichtung des Schnellrestaurants (mit "mittelalterlich inspirierten" Speisen) etwas einfacher.


wulf - 11-12-2011 um 12:53

Sehr aussagende Bilder und gute Texte, ;)

Beim Turm sehen die Bänder aus als wäre es die jeweilige Stockwerkhöhe.


Mart - 11-12-2011 um 12:54

Wie man sieht ist die Baustelle Sonntags gut besucht, aber nicht in dem Ausmaß dass es überfüllt wäre.


Mart - 11-12-2011 um 12:57

Danke, Wulf - irgendwas muss ich ja schreiben sonst kann ich keine Bilder hochladen. ;-)

SO mauert man hier, mit Richtschnur und haufenweise Mörtel. Der Kalk wird hier übrigens zugekauft, aber die Bauforscher hatten zumindest versuchsweise auch einen kleinen Kalkbrennofen in Betrieb.


Mart - 11-12-2011 um 12:59

Detail Mauerbaustelle


Mart - 11-12-2011 um 13:01

Lastenwinde. Auf dem Hebelarm hängt übrigens ein mit grobem Jutestoff überzogener Kunststoff-Schutzhelm, sehr schicke Idee.


Mart - 11-12-2011 um 13:04

Mauerwerk am "Logis du Seigneur."


Mart - 11-12-2011 um 13:06

Hier ist die Prforte vom vorigen Bild von innen.
Hat jemand eine Idee ob die Holzkeile hier eine Funktion haben oder sind das Überreste von einem Lehrgerüst?


Mart - 11-12-2011 um 13:08

Ist doch schön, oder?
(Edit: Das ist natürlich nicht dasselbe Portal!)


Mart - 11-12-2011 um 13:10

Das Innere des Palas mit bereits teilweise gedecktem Dachstuhl - diese vergleichsweise zierliche Konstruktionsweise sollte mir in Frankreich noch ein paarmal begegnen!


Mart - 11-12-2011 um 13:11

Ab und zu geht man doch einen Kompromiss ein, z.B. bei der Dachdurchführung des Kamins im Zimmer des Burgherren.


Mart - 11-12-2011 um 13:13

Diese Kammer macht natürlich auch einiges her!


wulf - 11-12-2011 um 13:13

Reste die noch in der zugemauerten Oberlichte stecken.


Mart - 11-12-2011 um 13:14

Man denkt auch an die Bauforscher und hat ein paar leider schon etwas mitgenommenen Pläne aufliegen.


Mart - 11-12-2011 um 13:20

Das Gelände hat auch abseits der Burg einiges zu bieten, wie viele Schauwerkstätten (hier: Färberei) in rekonstruierten Häusern.


Mart - 11-12-2011 um 13:21

Rund um den Ziegelofen sieht's übrigens so aus.


wulf - 11-12-2011 um 13:26

Clever, machen schon Scherben für Zwickelmauerwerk.


Mart - 11-12-2011 um 13:31

Weil es angesichts aktueller Diskussionen um Bauprojekte auch irgendwie interessant ist, hier noch meine Eindrücke unter touristischen Aspekten.

Das Projekt ist darauf ausgelegt auch Bustourismus problemlos zu bewältigen. Nachdem Guedelon von Paris aus ein gemütlicher Tagesausflug ist kommen auch genug Leute!


Mart - 11-12-2011 um 13:35

Die einzelnen Werkstätten sind in als einzelstehende Gebäude in der Gegend verteilt und, nun ja, sehr offen. Verglichen mit anderen Freiluftmuseen die ich kenne wirkt das alles sehr ungezwungen und dorfartig weil es auch keine vorgegebenen Pfade gibt auf die die Besucherströme gelenkt werden.


Mart - 11-12-2011 um 13:38

Für Kinder- und auch Erwachsengruppen gibt es auch "Unterricht" was es hier eigentlich zu sehen gibt.


Mart - 11-12-2011 um 13:46

Die Handwerker sind nur teilweise mit der Arbeit beschäftigt,ihr Handwerk herzuzeigen und zu erklären scheinen sie mindestens ebenso wichtig zu nehmen.

Und soweit ich's von meiner Warte aus sagen kann begegnen die Franzosen historischen Projekten anscheinend generell mit mehr Interesse und Respekt als man es bei uns gewohnt ist.


Egon - 11-12-2011 um 14:08

Super - das sieht etwas besser aus


martin - 11-12-2011 um 14:57

Damit man sich eine Vorstellung von der Geschwindigkeit des Baufortschrittes machen kann, zeige ich hier einige Bilder vom Oktober 2007:
Der Palas war damals bis knapp über Fußbodenoberkante des 1.Og hochgezogen. Die Masswerkfenster waren tw. schon versetzt, die Wand selbst war erst im entstehen.
( Man beachte das "typisch mittelalterliche " Wetter )


martin - 11-12-2011 um 14:59

beim "Tour Maitresse" ist man in diesen 3 1/2 Jahren auch um fast 2 Stockwerke weitergekommen.


martin - 11-12-2011 um 15:04

und so sieht fachgerechtes mauern von Bruchsteinmauerwerk mit Abgleichlagen/Arbeitshöhen aus. ( man beachte die Richtschnur ).
Also nicht nur Steine irgendwie übereinander legen und mit Klebstoff fixieren, wie in Friesach.


speerstark - 11-12-2011 um 18:37

Ergänzend zu den Bildern unseres 9*-Admins ...

Übersicht vom Eingang kommend aus gesehen.


speerstark - 11-12-2011 um 18:38

Ergänzend zu den Bildern unseres 9*-Admins ...

Auf der Zugangsbrücke, Richtung Palas.


speerstark - 11-12-2011 um 18:41

Links von der Zugangsbrücke


speerstark - 11-12-2011 um 18:42

Detail zur Treppe am Palas


speerstark - 11-12-2011 um 18:44

Rückseite des Palas.
Dort wo der Mann mit dem weissen Hemd (an der Wand stehend, ca. Bildzentrum) steht, ist der Zugang zur Ausfallpforte mit der LINKS-gewendelten Treppe !! (hab` ich nie verstanden, weil sie ja für die i.d.R. rechtshändigen obenstehenden Verteidiger RECHTSwendig sein müßte)


Mart - 11-12-2011 um 20:34

Zitat
Ursprünglich verfasst von speerstark
Rückseite des Palas.
Dort wo der Mann mit dem weissen Hemd (an der Wand stehend, ca. Bildzentrum) steht, ist der Zugang zur Ausfallpforte mit der LINKS-gewendelten Treppe !! (hab` ich nie verstanden, weil sie ja für die i.d.R. rechtshändigen obenstehenden Verteidiger RECHTSwendig sein müßte)

Gleiches gilt aber für den linksgewendelt Ausfallenden!


speerstark - 11-12-2011 um 21:03

Zur Illustration:

Das Foto zeigt die Treppe von UNTEN, also von vermeindlichen Eindringlichen in die Burg aus gesehen.
Die müssen verdammt viele Linkshänder haben um die Treppe zu verteidigen wenn da jemand hinauf will.
Wenn man aus der Pforte hinaustritt braucht man wieder Rechtshänder (oder Linkshänder die mal gerade aus rennen *gg*).

Oder versteh` ich da noch immer etwas nicht?

Siehe auch: Früherer Beitrag dazu hier im Forum


Mart - 11-12-2011 um 22:25

Ja, das wäre zwar sinnvoll aber die Wendelung wird wahrscheinlich auch nicht so wichtig gewesen sein dass man die Burg um die Stiege herumplant. Und um beim wehrtechnischen Aspekt zu bleiben, so wie die Poterne jetzt angelegt ist kann die Ausfallpforte gut vom Hauptturm aus kontrolliert werden.

Aber im Gegensatz zu anderen, ähnlichen Diskussionen haben wir hier sogar die Möglichkeit den Burgerrichter zu fragen was er sich dabei gedacht hat! Wie ist dein Französisch?

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Hier ist übrigens ein interessanter Artikel aus dem Schweizer "Burgen und Schlösser" der vor allem die Erfahrungen bei der Errichtung des ersten Kreuzgewölbes wiedergibt und auch die wechselnde Mauerwerksqualität anspricht die (glaub ich) hier auch schon mal hinterfragt wurde.

http://www.webmuseum.ch/download/Guedelon_DBV.pdf


Oliver de Minnebach - 12-12-2011 um 12:38

@ Mart: das sind die Reste eine Bretterschalung am Gewölbe des Portalbogens.