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Autor Betreff: Perforierung im Sandstein - warum?
speerstark
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[*] Verfasst am: 9-8-2008 um 20:46
Perforierung im Sandstein - warum?



Hallo Forum!

Vielleicht wißt ihr das ...
Im Dom zu Speyer sind an den Wänden und Säulen regelrechte Perforationen zu sehen, die eigentlich heutzutage unergründlich erscheinen.
Die Perforationen . sind offensichtlich mit einem Beil oder einer Steinmetzhacke eingehackt worden und stammen nicht aus vom Stein selbst!!
Dies, weil mir einerseits so ein Phänomen im Stein unbekannt ist, andererseits ist das an der Außenfassade nicht erkennbar. Dort ist der Stein seiner Bearbeitung entsprechend glatt.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass solch` ein Bauwerk einfach so perforiert wurde.

Am 1. Bild ist ein, Detail der St. Afrakapelle.
An der Sandbraunen Wand und an der Säule sind deutlich die Perforationen zu sehen.

Info:
Die St. Afrakapelle ist eine Seitenkapelle des Domes in der Kaiser Heinrich IV so lange begraben lag, bis er vom Kirchenbann entbunden wurde. erst dann durfte er in die eigentliche Salier-Grablege im Dom gebettet werden.

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Speryer Dom 04-2007 042 bs.jpg - 110.13kb
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speerstark
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[*] Verfasst am: 9-8-2008 um 20:48


An diesem Foto sieht man die Perforationen am besten links an den Säulen , aber sie sind im ganzen Dom an allen Wänden und Säulen im Innenraum (also nicht außen an der Fassade!!)

speerstark hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
Speryer Dom 04-2007 045 bs.jpg - 93.83kb
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lady kitten
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[*] Verfasst am: 9-8-2008 um 21:11


Kann es sein, dass man die Wand aufgeraut hat um Farbschichten anzubringen? Ist aber nur eine Vermutung von mir. Die Experten können es sicher genauer sagen.
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speerstark
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[*] Verfasst am: 9-8-2008 um 21:27


Mhm, ja Lady Kitten, würde eine logische Erklärung sein.
Weil der Dom wie er heute ist, ist eine Erscheinung des 19. Jhdt.
Soll heißen, damals wurde er so restauriert und die Krypta angelegt, wie man sie heute sieht.
Anno 1030 (Grundsteinlege) waren ja eher "bunte" "bemalte" Wände angesagt, quais "cool" *gg*

Mal sehen ob Digital-Bildbearbeitung noch ertwas hergibt, oder in der Literatur bzgl. "Farbe" oder "Bemalung" etwas herauskommt.

Im Bild Original-Mauerreste der Krypta unter dem Dom.

lG
Gerhard, alias speerstark

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Speryer Dom 04-2007 024 bs.jpg - 105.44kb
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Rambo
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[*] Verfasst am: 10-8-2008 um 09:58


Weil es einmal verputzt war und der Verputz auf dem Sandstein nicht halten würde.
Gruß Rambo
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Oliver de Minnebach
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Motto: Wen interessiert Bauforschung?!?

[*] Verfasst am: 10-8-2008 um 19:21


bei Restaurierungen im 19. Jh. und imfrühen 20. Jahrhundert wurden die Werksteinoberflächen oft von Steinmetzen abgearbeitet, bzw. neu "perforiert" um alte unerwünschte Putz-, Tünche, und Malschichten zu entfernen. Siehe die Pfarrkirche von Tulln (NÖ)...

lG Oliver
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chateaufort
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[*] Verfasst am: 13-8-2008 um 21:50


Um genau zu sein, die Pickungen sind auch an den unter Franz Ignaz Michael Neumann in den 1770er Jahren neu errichteten Teilen des Speyerer Doms zu finden. Sie ermöglichten eine bessere Haftung des Putzes.
Die Farbfassung war übrigens himmelblau. Später wurde der Dom in spätnazarenischem Stil ausgemalt (1846-1853 Fresken von Johann Baptist Schraudolph, Ornamentmalerei von Joseph Anton Schwarzmann). Die Wandbilder wurden bei der purifizierenden großen Domrestaurierung 1957-1971 bis auf die Gemälde auf den Sargwänden des Mittelschiffs abgenommen und werden für eine Aufstellung im "Kaisersaal" vorbereitet. Lediglich die Ornamentmalerei ist also verloren.

Was das Erscheinungsbild anbetrifft - der Speyerer Dom bietet sehr viel Originalsubstanz der beiden Erbauungszeiten, dank des guten Steinmaterials. Daß die westliche Hälfte des Schiffs aus den 1770er Jahren stammt, und die oberen Teile und die Außenhaut des Westbaues aus den Jahren 1854-1858 (nach Plänen von Heinrich Hübsch, Karlsruhe), und auch die Giebel und Dächer Rekonstruktionen sind, fällt daher nicht so sehr ins Gewicht.

Tipp: Führungen in die Obergeschosse des Westbaues und das Dachwerk am Tag des offenen Denkmals, immer am 2. Wochenende im September, Sonntag, 12 Uhr bis ca. 17 Uhr. Die Führungen dauern etwas unter einer Stunde.

Grüße, chateaufort




"Ein Räthsel, [...] (dessen) Geheimniss sich nur allmählich zu entschleiern beginnt, muss immer wieder vom Forscher neu zu rathen versucht werden. Die beste Vorübung aber erscheint dazu die stets erneute Untersuchung des räthselhaften Objektes selbst." (C[hristian] Mehlis, Zur Dürkheimer Ringmauer, in: Jahresbericht der Pollichia / eines naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz zu Dürkheim a. d. H., Bd. 37-39, 1881, hier S. 71)
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speerstark
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[*] Verfasst am: 14-8-2008 um 04:43


Unmittelbar neben der St Afrakapelle.
Eine der Nahtstellen zwischen alt und neu am Speyer`schen Dom

speerstark hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
Speyer Dom 04 bs.jpg - 90.58kb
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chateaufort
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[*] Verfasst am: 17-8-2008 um 16:36


Das ist eine der wichtigen Stellen!

Anbei eine Ansicht des nördlichen Querhausarmes. Der Dreieckgiebel ist von der Restaurierung in den 1960er Jahren.

chateaufort hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
##Dom_71-26[2004]_N-Querhaus+NO-Turm_v_NNO.jpg - 93.6kb




"Ein Räthsel, [...] (dessen) Geheimniss sich nur allmählich zu entschleiern beginnt, muss immer wieder vom Forscher neu zu rathen versucht werden. Die beste Vorübung aber erscheint dazu die stets erneute Untersuchung des räthselhaften Objektes selbst." (C[hristian] Mehlis, Zur Dürkheimer Ringmauer, in: Jahresbericht der Pollichia / eines naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz zu Dürkheim a. d. H., Bd. 37-39, 1881, hier S. 71)
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chateaufort
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[*] Verfasst am: 17-8-2008 um 16:37


Und eine Übersichtsaufnahme der Ostteile, der Giebel oberhalb der Hauptapsis ist ebenfalls neu.

chateaufort hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
##Dom_71-15[2004]_Ostteile_G-Ansicht_v_ONO.jpg - 97.69kb




"Ein Räthsel, [...] (dessen) Geheimniss sich nur allmählich zu entschleiern beginnt, muss immer wieder vom Forscher neu zu rathen versucht werden. Die beste Vorübung aber erscheint dazu die stets erneute Untersuchung des räthselhaften Objektes selbst." (C[hristian] Mehlis, Zur Dürkheimer Ringmauer, in: Jahresbericht der Pollichia / eines naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz zu Dürkheim a. d. H., Bd. 37-39, 1881, hier S. 71)
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