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Autor Betreff: Erste Göttweiger Kirche St. Georg gefunden
Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 2-9-2009 um 17:25
Erste Göttweiger Kirche St. Georg gefunden



Erste Göttweiger Kirche St. Georg gefunden

Archäologen haben auf dem „Predigtstuhl“, der höchsten Erhebung des Göttweiger Berges (NÖ), die vor beinahe 500 Jahren verwüstete Kirche St. Georg wiederentdeckt.

Das Gotteshaus wird in der Kirchen-Aufzählung der Lebensbeschreibung des Hl. Bischofs Altmann von Passau um 1135 als erste der insgesamt acht Kirchen genannt, „verbunden mit den Wohnungen von Inklusinnen“.

St. Georg wurde vermutlich 1529 von türkischen Streifscharen zerstört, die Stift Göttweig erfolglos belagerten. Teile der Ruine fanden im barocken Stiftsbau sowie für Befestigungsanlagen unter Kaiser Napoleon Weiterverwendung.

Die derzeit stattfindende fünfte Lehrgrabung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien förderte die Grundmauern der Kirche, daneben die Bestattungen von „Traufenkindern“ und – wie in den Vorjahren – zahlreiche prähistorische Funde zu Tage. Der Göttweiger Stiftsberg ist seit etwa 4.000 Jahren besiedelt.

Träger der Ausgrabungen sind das Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien (Univ. Prof. Dr. Otto Urban), das Bundesdenkmalamt (Mag. Christoph Blesl) und der unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll stehende „Verein der Freunde der Kirche St. Georg auf dem Göttweiger Berg“, in dem die Gemeinden Furth und Paudorf, Stift Göttweig und die Pfarre Paudorf-Göttweig zusammenwirken.

St. Georg war im Mittelalter eine für die bäuerliche Umgebung des Göttweiger Stiftsberges bedeutende Kirche. Zum 23. April, dem Fest des Heiligen, strömten mehr Menschen in dieses Gotteshaus als zu Weihnachten oder Ostern in die Pfarrkirche. St. Georg, Patron der Fluren, wurde zu Frühlingsbeginn um das Gedeihen der Feldfrüchte angerufen.

Im kommenden Jahr soll neuerlich gegraben werden. Es könnte nämlich einen in das erste Jahrtausend zurückreichenden Vorgängerbau der hochmittelalterlichen St. Georgs-Kirche gegeben haben.

Zum Abschluss der Grabung wird Univ.-Prof. Dr. Otto Urban gemeinsam mit Mag. Christoph Blesl am Donnerstag, 3. September, um 17 Uhr am „Predigtstuhl“ Interessierten eine Führung anbieten.

Medienvertreter sind eine Stunde vorher, um 16 Uhr, zu einer Begehung eingeladen.



Für die Medienmitteilung verantwortlich: P. Dr. Udo Fischer, Obmann des „Vereins der Freunde St. Georg auf dem Göttweiger Berg“
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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 3-9-2009 um 07:51


..klingt sehr spannend! Dazu noch ein Link: http://noe.orf.at/stories/386855/
http://www.stiftgoettweig.or.at /
lg otto




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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 3-9-2009 um 08:02


Die Inklusen (von lat.: Eingeschlossene) sind Menschen, die sich zu Askese und Gebet in einem Inklusorium einschließen und einmauern lassen beziehungsweise ließen. Bekannte Inklusinnen waren die Heilige Verena, die heilige Wiborada, die heilige Ida und die selige Eva von Lüttich.

Im romanischen Sprachraum wurden die Inklusen zumeist als Reklusen bezeichnet.
Soviel zum Thema! Man kann alles ein wenig übertreiben :o
lg otto




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Oliver de Minnebach
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Motto: Wen interessiert Bauforschung?!?

[*] Verfasst am: 3-9-2009 um 09:25


Was man so alles alleine in seiner Zelle machen kann???
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lady kitten
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[*] Verfasst am: 3-9-2009 um 10:34


Beten natürlich ;-)

Wens interessiert:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anachoret
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speerstark
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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 06:30


Zitat
Ursprünglich verfasst von Oliver de Minnebach
Was man so alles alleine in seiner Zelle machen kann???


  1. Anmeierln (Ball gegen die Wand spielen - immer wieder)
  2. Der Wand beim trocken/feucht -werden zusehen
  3. ja, auch wie lady kitten, züchtig beten
  4. Diabolo spielen
  5. auszucken
  6. meditieren
  7. Inklusen-bloggs verfassen - (heutzutage wird ja alles gelesen)
  8. Mörtel aus den Fugen kratzen (Plan "B")
  9. Erlangung der Weltherrschaft ersinnen
  10. Diätprogramme ausdenken und testen
  11. Die Nachbar-inklusenzelle mit tollen Gedanken überschütten
  12. die Äderchen hinter den Augenlidern beobachten
  13. Blech im Burgenforum schreiben
  14. Kaffee holen .....




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Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 11:24


Am Donnerstag, 3. September, um 17 Uhr am fand am sg. "Predigtstuhl" - er höchsten Erhebung des Göttweiger Berges eine archäologische Führung mit anschließender Verköstigung bei Nußbrot und Wein statt.

Das gesammte Ostösterreichische Who ist Who der Archäologie war dort als Gäste vertreten.

Rund 200 Leute aus der Umgebung sind gekommen um sich vor Ort ein Bild von der Lehrgrabung des Institutes für Ur- und Frühgeschichte zu machen.

Es war ja schon ein Zufall dass ich was von der Grabung mitbekommen habe, aber dass sooooo viele Leute gekommen sind hätt ich mir nicht gedacht!

Oliver de Minnebach hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
Grundriss_-_Kirche_St__Georg.jpg - 23.14kb
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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 11:25


Übersicht über die Grabungsfläche, im Vordergrund die Bestattungsgruben für die "Traufenkinder".

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IMG_3911.JPG - 62.48kb
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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 11:27


Blick auf die Südmauer:

Leider nur eine Steinlage erhalten und eindeutig zu wenig für eine Mauerwerksdatierung :(

Oliver de Minnebach hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
IMG_3913.JPG - 30.85kb
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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 11:30


Nur mehr eine Steinlage und darunter schon der anstehende Felsen!

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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 13:51


v.l.n.r. Mag. Christoph Blesl (BDA), Univ.-Prof. Dr. Otto Urban (Institut für Ur-und Frühgeschichte), Pater Udo Fischer (Pfarre Paudorf).

Oliver de Minnebach hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 13:53


ao. Univ.-Prof. Dr. Otto Helmut Urban beim erklären der Befunde

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[*] Verfasst am: 7-9-2009 um 15:01


Gab es oft/immer bei Kirchen "Traufenkinder"-Gräber?
Wenn, an bestimmten Stellen?
Bis wann wurden ungetaufte Kleinkinder so begraben?




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Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 09:42


Diese "Traufenkinder" gibt es oft. z.B.: die vermutlich frühmittelalterliche Kapelle auf der Schanze in Gars-Thunau.

eine Erklärung von Pater Dr. Udo Fischer auf http://www.pfarre-paudorf.com/html/freunde_d__k__st__georg.html
“Traufkinder”:

Mittelalter: Die Beisetzung von Früh- und Neugeborenen in Kirchen und auf Friedhöfen deckt sich mit verschiedenen Glaubensvorstellungen (Heiligenverehrung, Wiedergänger, Marienkult, Kult mit den armen Seelen, Fegefeuer und Limbus puerorum [Vorhölle]), die ihre Blütezeit im Spätmittelalter hatten. In dieser Zeit änderten sich auch die Jenseitsvorstellungen - es muß eine Jensetisvorsorge getroffen werden. Nichtgetaufte gehörten nicht zur christlichen Gemeinschaft und waren von der kirchlichen Beisetzung ausgeschlossen.

Hilfsmaßnahmen: Nottaufe, Taufe Totgeborener, Für Kinder, die trotz dieser Möglichkeiten ungetauft gestorben waren, blieb das wohl heimliche Bestatten im Inneren der Kirche oder auf ungeweihten Plätzen im Friedhof.

Neuzeit: Im 16. Jh. war in den reformierten Gebieten die Taufe keine Bedingung mehr für ein Begräbnis im Friedhof. Die Reformation schuf zwar auf theologischer Grundlage eine klare Zäsur, im Volk blieb das mittelalterliche und noch weiter zurückreichende Gedankengut jedoch bestehen. Man war nicht sicher, Man war nicht sicher, ob die Ungetauften nicht doch ein ungewisses Schicksal erwartete. Eine gewisse Jenseitsvorsorge schien weiterhin nötig. Die Ambivalenz einerseits die Schutzbedürftigkeit, anderseits die Gefährlichkeit der Ungetauften bewirkte das verbreitete Tradieren des Bestattungsbrauchtums und mündete in der Ausbildung der Traufgräber. Im Inneren der Kirchen kann eine Kontinuität des Bestattungsbrauchs für früh- und neugeborene Kinder belegt werden.

Hilfsmaßnahmen: Das Bestatten unter der Dachtraufe der Kirche die „Traufkinder” und das Bestatten an den traditionell heilsfördernden Stellen im Kircheninneren.
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gropli
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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 11:01


Zitat
...Das Bestatten unter der Dachtraufe der Kirche die „Traufkinder” und das Bestatten an den traditionell heilsfördernden Stellen im Kircheninneren.
Grüezi

Eine kleine Ergänzung: Die Dachtraufe bezeichnet nicht die Dachrinne. Sondern die Rinne (Mulde/Graben) am Boden, die entsteht, wenn das Dachwasser wegen der fehlenden Dachrinne heruntertropft. Diese Dachtraufe markierte den "privaten" Bereich des Hauses.


Gruss gropli


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Motto: Wen interessiert Bauforschung?!?

[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 11:17


Lieber Gropli das ist ein Blödsinn: Die Traufe ist die Kante an der das Dach ansetz, alsi dich die "Dachrinne"!

Auch wenn ich von Wikipedia gar nix halte, aber der Eintrag zu Dachtraufe http://de.wikipedia.org/wiki/Dachtraufe) erklärt den Architekturbegriff sehr gut!

Gruss Oliver
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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 11:38


Na joooo, Oliver ... sooo von der Hand ist Groplis Text auch nicht zu weisen.

Streng genommen würden ja die Traufkinder nach der geltenden Definition (Kante der Dachdeckung unten) OBEN an der Kante "baumeln" ... extrem schauderhafte Vorstellung.

Tatsächlich sind sie natürlich UNTEN im Boden bestattet worden, im Bereich wo das Regenwasser herab träufelt.
(Ja, ja .. und auch geheim im Kircheninneren, usw.)

Könnte es nicht doch sein, dass der Sprachgebrauch früher mit dem systematischen Begriff heute ein bissi über Kreuz liegt?

Wobei mir das mit dem "privaten" Raum auch nicht einleuchtet, da fallen mir möglicherweise gegenteilige Argumente ein.

Und der Kreis schließt sich wieder ... >> K L I C K << ... von DACHRINNEN seh ich da bei den alten Gebäuden nix ... herabträufeln ...

in Demut und gebückt
speerstark




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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 11:46


Zitat
Ursprünglich verfasst von Oliver de Minnebach
Lieber Gropli das ist ein Blödsinn: Die Traufe ist die Kante an der das Dach ansetz, alsi dich die "Dachrinne"!

Gruss Oliver
… wenn du meinst!!!

Ich habe so auf die Schnelle keinen gescheiten Beleg gefunden. Im „Pfälzisches Wörterbuch“ steht dazu:
Dach-trauf(en) m., -träuf(en) m., n., -traufe, träufe f.:
'die vom kandellosen Dachrand herabfallenden Wassertropfen', auch 'der kandellose Dachrand selbst' und 'die von den herabfallenden Wassertropfen gebildete Vertiefung am Boden'

Diese Bedeutung wurde im Laufe der Zeit vergessen. Sie erklärt aber so manchen Brauch und Redewendung.

Der Begriff "privat" bezieht sich natürlich auf Profanbauten, nicht auf Kirchen. Die Dachtraufe bildete eine Art "Bann", also die Grenze zischen privat und öffentlich.


Gruss Gropli


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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 12:59


In der Architektur ist die Traufe die Dachkante. Traufenpflaster ist das Pflaster unter der Traufe. Traufenkinder ist kein historischer Begriff!

Warum sagt man den traufständiges Haus??? Oder Trautenstein???

Traufe ist die Kante des Daches!

lg Oliver
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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 13:11


Zitat
Ursprünglich verfasst von Oliver de Minnebach
In der Architektur ist die Traufe die Dachkante. Traufenpflaster ist das Pflaster unter der Traufe. Traufenkinder ist kein historischer Begriff!

Warum sagt man den traufständiges Haus??? Oder Trautenstein???

Traufe ist die Kante des Daches!
... ist ja nicht falsch, was du sagst. Aber die Dachtraufe war vorher, vor der "Erfindung" der Dachrinnen, die Rinne im Boden. Die Bedeutung hat sich seither natürlich gewandelt, aber das ändert nichts daran.
In der Bauernhausforschung ist diese alte Bedeutung der Dachtraufe unbestritten.


Gruss Gropli

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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 13:27


Jep Gropli, das kann ich mir durchaus vorstellen.
Sprachgebrauch früher ist nicht gleich systematische Bedeutung heute.

Zumal ... wenn ich gaaaarnix weiss, nur ein bissi (!) denke ...
dann tropft/fliesst ja das Regenwasser von einem geweihten Haus (Kirche) auf die unter der Kante beerdigten Kinder - "Traufkinder" ... also bei mir klingelt es da.
Zumindest was den Namensteil "Trauf..." betrifft.

Oliver, Du als unser aktiver Chefbauforscher hier (der Rest von Denen schreibt ja nix):
"traufständig" wie du es wohl meinst, widerspricht weder Deinen noch Groplis (und meinen) Ansichten von obigen Postings. Schau noch mal nach, bitte.
Und ohne dass ich es weiss, wohl Trautenstein auch nicht.

Aja, "Architektur" ... looooool, ja genau, die brauch ma` für Erklärungen.

in Demut und buckenld, Euer
speerstark




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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 14:04


Grüezi

Hier habe ich noch einen Link zur Dachtraufe als Grenze...
Dachtraufe


Gruss gropli

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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 14:34


Ich hab jetzt auch ein bisserl nachgeblättert und Traufe ist ja wirklich für beides verwendeter Begriff.
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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 15:57


Zitat
Ursprünglich verfasst von Oliver de Minnebach
Ich hab jetzt auch ein bisserl nachgeblättert und Traufe ist ja wirklich für beides verwendeter Begriff.

Fein Oliver! Zahlst eine Runde! ;)
Wo hast Du denn nachgeblattelt?




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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 18:24


auch meinem Verständniss nach gibts beide Bedeutungen für die Dachtraufe:
1. die Dachkante als solche
2. der Bereich der durch das vorspringende Dach abgedeckt ist. Drum ists auch nicht so toll wenn man von der Traufe (geringe Benätzungswahrscheinlichkeit mit geringer Benätzungsintensität) in den Regen (maximale Benätzungswahrscheinlichkeit mit maximaler Benätzungsintensität) kommt...:)

LG
Alex
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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 20:20


Grüezi

Eigentlich wollte ich nicht nochmal auf der Sacher herum reiten, aber! Ich wiederhole mich:
Es gibt noch die 3. Bedeutung der Dachtraufe; die Rinne im Erdreich, die sich vom Tropfwasser bildet. Und diese Rinne gilt als äusssere Grenze des häuslichen Bereiches. Oder so...

Gruss Gropli


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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 20:40


Alex, Alex, ...
... kannst du bitte noch einmal und zwar l a n g s a m, zum mitlesen, erklären, wie viele Bedeutungen es dazu gibt? :P
Ich bin mir 101% sicher, wenn Du es erklären kannst, dann verstehen es alle!
Ein Tipp: Lies mal die Beiträge davor!
Und vergiss die 3. Bedeutung nicht, die bäuerliche.

und gropli ... lies bitte endlich deine u2u hier !! rechts oben stehts, rechts oben .... klicken !! SAKRAAA :cool:




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[*] Verfasst am: 8-9-2009 um 20:48


Zitat
und gropli ... lies bitte endlich deine u2u hier !! rechts oben stehts, rechts oben .... klicken !! SAKRAAA :cool:
jaaaaa - habs gelesen. Ich musste aber erst noch denken, bevor ich antworten konnte. Und ich weiss nun auch was u2u bedeutet!;)


Gruss Gropli

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