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Autor Betreff: Kirchenmauer
karolyi
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[*] Verfasst am: 18-11-2009 um 08:56
Kirchenmauer



Habe ein Foto von einer Kirchenrenovierung aus dem Jahre 1931 gefunden. Darauf ist das Altmauerwerk dieser Kirche zu sehen.
Nun meine Frage an alle Mauerkundigen wie ihr diese Mauer einschätzt und ev. auch das Alter dazu.

lg
Karolyi

karolyi hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
1931.jpg - 38.06kb
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Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 18-11-2009 um 15:17


Könntest du bitte hier alles ausreizen was geht und das Bild in der möglichst größten Größe und Qualität hier präsentieren! Ich hab schon meine Meinung zum Mauerwerk würd aber trotzdem es bei einem besseren Bild nochmals probieren bzw. überdenken. Das was unten Links aussieht wie Quader sind das auch welche? Und gehörend die schon zu einer Umfassungsmauer?

lG Oliver
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Alex
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[*] Verfasst am: 18-11-2009 um 16:11


ich find, die "Quader" schaun eher wie reingeflickte Ziegel aus...

LG
Alex
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karolyi
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[*] Verfasst am: 19-11-2009 um 08:59


Hallo Oliver
Leider ist das halt nur eine schwarz/weiß Aufnahme aus 1931. Beachte bitte den Hut ganz rechts unten auf dem Holz! Und da erscheint mir aber die größe der "Ziegel" schon etwas zu groß!

karolyi hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
Verg.jpg - 100.27kb
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Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 19-11-2009 um 10:57


Anhand der Größe des Fensters war mir schon klar, dass das keine Ziegeln sin!

Zu den Quadern:

Schaut schon so aus als wären die Primär im Mauerverband, darüber haben wir ja eine Ausgleichslage.

Zur ganzen Mauer:

Für mich wirkt das wie die Reste eines älteren (romanischen) Baues der durch Mauerstrukturen der frühen Neuzeit oder auch spätern überlagert wird. Alles was unter dieser Ausgleichslage steht könnte älter sein.

Könnte es sein, dass die Quader spolierte Quader eines römischen Bauwerkes sind?

Wo liegt diese Kirche?

lG Oliver
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Alex
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[*] Verfasst am: 19-11-2009 um 14:03


Tatsache!
So ein Hut ist ein guter Maßstab :)
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karolyi
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[*] Verfasst am: 19-11-2009 um 14:26


Hallo Oliver
Bei dieser Kirche handelt es sich um St.Stefan in der Weststeiermark. Es ist das eine jener Kirchen welche nebst zweier anderer Kirchen, als Schwesterkirchen bezeichnet werden. Ich habe hier im Forum eine davon schon mal gepostet http://www.burgenseite.com/forum/viewthread.php?tid=1125 Nur ist diese Kirche von Ettendorf eben abgekommen. Anhand der Pläne kann ich nur sagen, diese drei Kirchen haben die gleiche Breit und zwei die gleiche Länge. Auch der Grundriß und Mauerstärke vom Turm ist Gleich. Allerdings ist das wohl einmalig, dass von Schwesterkirchen gesprochen wird. Ich kenne sonst nur Mutter und Tochter. Ab Beginn des 17.JH wird bei der Kirche von Ettendorf auch von der Tochterkirche von St.Stefan gesprochen.
St.Stefan feiert in diesem Jahr seine 800 Jahrfeier. Wir finden in einer Urkunde 1209 erstmals einen Pfarrer Adalbero zu St.Stephan. 1212 finden wir einen weiteren Pfarrer hier. Auch die Renovierungen werden erst ab 1973 im Dehio angeführt. So ist die wohl größte Renovierung dieser Kirche im Jahre 1931 nicht Dokumentiert. Es ist mir nur aus Aufzeichnungen bekannt, dass Dr. Ginhard 1931 diese Mauer begutachtet hat. So gesehen sind die Angaben im Dehio mit Sicherheit unvollständig.
Die Überlegung, dass diese Quadersteine von einem röm. Bauwerk sein könnten ist nicht von der Hand zu weisen. Leider ist das alles wieder unter Putz konserviert und erst die nächsten Generationen können sich damit wieder beschäftigen.

Lg
Karolyi
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Herbert
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[*] Verfasst am: 20-11-2009 um 11:25


Der Hut ist wirklich ein kleiner Anhaltspunkt für die Proportion. Für mich stellt sich die Frage, ob es sich bei der Mauerzone links unten um Reste von hochmittelalterlichem Mauerwerk aus hammerrechten behauenen Quadern, um wiederverwendete Bausteine unbekannter Zeitstellung oder um aufgestellte quer gemauerte Ziegelsteine handelt. Das restliche Mauerwerk könnte aus der Neuzeit bzw. dem Barock entstammen.
MfG Herbert
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Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 20-11-2009 um 12:30


Lieber Herbert,

ein Mauerwerksspezialist?

Wenn du dir das Bild genauer anschaust, dann wird dir an den "Quadern" auffallen dass es sich um irgend eine Art von Konglomeratsandstein handelt!

hammerrecht behauene Quader??? Laut gängiger Terminologie gibt es Quader und hammerrechtes Bruchsteinmauerwerk.
Das bedeutet ein Quader ist ein Quader und hammerrechter Bruchstein ist ein ´(nicht optimal brechender Bruchstein) der "quaderartig" zugerichtet wurde um ihn lagig verlegen zu können.

Also: Es gibt kein hammerrechtes Quadermauerwerk, weil das ein Widerspruch in sich ist!
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speerstark
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[*] Verfasst am: 20-11-2009 um 13:25


Bitte Herbert schrieb: "... Mauerwerk aus hammerechten behauenen Quadern ..."
und nicht "... hammerrechten ..."
Ist das jetzt etwas anderes?

demütigst
s.




Achtung Kirchenfreak! *gg*
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Herbert
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[*] Verfasst am: 20-11-2009 um 16:45


Mit hammerrecht behauen meinte ich einen mit einem Steinhammer behauenen Stein. gg tut mir leid für den rechtschreibfehler.
Deine Vermutung mit dem Konglomeratsandstein finde ich interessant jedoch bedenke, dass es sich hier um ein unscharfe grobkörnige SW-Aufnahme handelt.
Bei den Schatten, die es wirft und die du vermutlich als Löcher eines Konglomeratsansteines interpretierst könnte es sich durchaus auch um erhabene Reste des abgeschlagenen Putzmörtels handeln.
Außerdem finde ich es seltsam, dass die Quader oder Ziegel oder Spolien an den Ecken teilweise abgeschlagen und in ihrer Höhe und Breite variieren. Teilweise sieht es so aus, als ob sie nicht exakt in der Flucht gesetzt sind (Soweit für mich auf dem Foto erkennbar). Weiters ist seltsam, dass sie auf Lagen von Bruchstein gesetzt sind. Deshalb könnte es sich hierbei um Spolien handeln.
MfG Herbert
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Oliver de Minnebach
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[*] Verfasst am: 20-11-2009 um 21:57


Alles in allen ein rätselhafter Befund!

Müssen halt hinfahren und den Putz wieder abschlagen... aber so große Befundungsfenster sind ja derzeit out.... hab ich mir sagen lassen;)
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Herbert
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[*] Verfasst am: 21-11-2009 um 00:05


Ja, hier sollte und müsste man eine steingerechte, massstabsgetreue Bauaufnahme machen, dann könnte man klarer denken und interpretieren.
MfG Herbert
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karolyi
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[*] Verfasst am: 21-11-2009 um 10:01


Diese Art von Hut, hatten Bauarbeiter im 19. &.20. JH getragen. Dieser Hut hatte die Maße an seiner Krempe 36cm und etwa 15cm Höhe. Einen besseren Maßstab gibt es da wohl kaum. Ich glaube auch zu sehen, dass hier diese Mauer nicht auf Bruchsteinen gesetzt ist, sondern man sieht hier den Schutthaufen welcher vor der Mauer gelagert ist.

lg
Karolyi
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