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Autor Betreff: Baugesteine
Altair
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[*] Verfasst am: 22-3-2010 um 12:59
Baugesteine



hallo burgenfreunde !

bin erst vor kurzem bei recherchen auf euer tolles forum gestossen und denke, ich kann vielleicht auch etwas beitragen.

ich bin geologe und habe mich in den 1990ern im rahmen mehrerer forschungsprojekte mit baugesteinen in der romanischen sakralarchitektur niederösterreichs beschäftigt. dabei habe ich auch einige burg- und schlosskapellen bzw. -kirchen befundet.

ich vermute, es wird sicherlich des öfteren fragen zu baugesteinen, ihrer verarbeitung, verwendung und herkunft geben und eröffne aus diesem grund diese rubrik.

freue mich auf euer feedback.
altair
Alex
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[*] Verfasst am: 22-3-2010 um 19:55


Na erst mal ein herzliches Willkommen!

Vielleicht kannst ja von deinen Forschungsprojekten ein paar Sachen posten!

Außerdem darf ich gleich mal zum Fragen anfangen:
Mich interessiert seit Langem, wie man früher Epitaphien hergestellt hat. Kann man solche großen Platten direkt vom Fels abspalten, oder wurden die stückweise rausgeklopft? Zumal die Dinger ja aus den verschiedensten Materialien hergestellt wurden...

hier ein Beispiel in rotem Marmor. Ein Polheimer in der welser Pfarrkirche.

Alex hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
Pfarrkirche (07) klein.jpg - 48.48kb
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Altair
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[*] Verfasst am: 22-3-2010 um 20:39


hallo alex !

also ich bin mir nicht sicher, was genau du unter "stückweise rausgeklopft" verstehst. epitaphe sind doch meist aus einem stück, oder ?

also: im prinzip werden sie in einem stück aus dem fels geschlagen / gespalten / geschnitten, nachdem man sich vorher alle eigenschaften im fels (lagerfugen, klüfte, risse, schichtungen, etc. - wenn nötig, erkläre ich das genauer) genau angesehen hat.

bei manchen gesteinsvorkommen sind platten- bzw. quaderlängen nur bis zu wenigen dm größe möglich, bei anderen bis zu dutzenden meter (siehe obelisken). ist bei selbem gestein aber auch von vorkommen zu vorkommen unterschiedlich.

ad materialien: gerade für diesen zweck hat man (bei uns) gar nicht so viele verschiedene verwendet. da gabs regelrechte moden und "platzhirschen"; wie in deinem fall, wo mit großer sicherheit robrauner Kalkstein ("marmor") aus der adneter gegend genommen wurde.

altair
Altair
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[*] Verfasst am: 22-3-2010 um 20:46


nun noch eine antwort auf die anregung, was von meinen projekten zu posten.

vielleicht ist es schon mal hilfreich, eine liste der befundeten objekte anzubieten. kann ja sein, dass für euch interessante objekte darunter sind.

http://www.oeab.at/kulturgeologie/list-rom.htm

es sind allerdings nur romanische sakralobjekte. befundet hab ich wesentlich mehr. schließlich wurde ja auch davor und danach stein verwendet, und wenn man schon mal da ist ....

altair
Alex
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[*] Verfasst am: 22-3-2010 um 21:21


hab gemeint, dass überflüssiges Material kleinweise weggemeisselt wird (oder so ähnlich). Da ist das Spalten sicher angenehmer.
In Sedimentgesteinen geht das sicher recht gut, aber in Granit und co...?
Aber vielleicht kannst das Ganze ja ein Bissl genauer beschreiben!

LG
Alex
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Altair
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[*] Verfasst am: 22-3-2010 um 21:39


natürlich wird darauf geachtet, vor einem abtransport gewicht zu sparen. deswegen wird oft schon im steinbruch ein rohprodukt mit ungefähr denselben ausmaßen wie das endprodukt angefertigt. erst die feinarbeit geschieht in der werkstätte oder vor ort. hängt natürlich auch davon ab, was der auftraggeber will.

und bei sedimentgesteinen geht das vorformatieren in der regel etwas leichter. allerdings wird da der granit meist grob unterschätzt. denn sein vorteil ist, dass er "richtungslos körnig" ist, also meist keine vorgegebenen internstrukturen hat, nach denen er bevorzugt spaltet (aber auch ungewollt bricht). damit kann man ihm quasi mittels keilen und meisseln fast jede gewünschte spaltrichtung aufzwingen. das klappt i. a. hervorragend.

altair
Altair
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[*] Verfasst am: 16-4-2010 um 14:00
baugesteine des waldviertels



hallo alex !

habe deine anregung, etwas von meinen arbeiten zu posten, aufgegriffen und endlich das vom verlag angeforderte pdf-file eines artikels aus dem jahr 2006 erhalten.

du kannst es unter:
http://www.oeab.at/kulturgeologie/THINSCHMIDT_2005.pdf
herunterladen

altair


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