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Autor Betreff: Des einen Stolz, des and'ren Leid - Lengberg / Tirol
Der Arnobär!
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Motto: Was ist eine Burg?

thumbdown.gif Verfasst am: 7-6-2010 um 07:34
Des einen Stolz, des and'ren Leid - Lengberg / Tirol



Zitat
Bundesdenkmalamt (bda.at)
Die Umgestaltung und Restaurierung von Lengberg war in den Jahren 2008 und 2009 eines der größten profanen baudenkmalpflegerischen Vorhaben in Tirol. Da es die einzige Burg im Besitz des Landes Tirol ist, brachte das Land viel Engagement in das Projekt ein.


http://www.bda.at/image/tn450x_131384116.jpg
1880

http://www.bda.at/image/tn450x_957202533.jpg
1926

http://www.bda.at/image/tn450x_802405092.jpg
(Blick durch das offene Tor...)

http://www.bda.at/image/tn450x_235843829.jpg
2008/9

http://www.bda.at/image/tn450x_559461664.jpg
2008/9

Ohne Worte...




http://www.burgried.at/files/link-button.png
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Alex
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Motto: Mehr, wenn ihr mich wiederseht, ihr müsst unbedingt gucken wie´s weiter geht!

[*] Verfasst am: 8-6-2010 um 11:47


Eindeutig ein Taubenschutz!
Die Mistviecha glauben, sie fliegen in den Taubenschlag und knallen dann gegen die Glasscheibe! Wenns noch zappeln kommt der Hausmeister und haut drauf - daher auch der Begriff "Taubenschlag"!
Ganz schön Trickreich.

Oder doch ein Setzkasten???

Und der Boden! Schaut aus wie die Filzmatte von einer Modelleisenbahn:D

Ich glaub, das mit dem "denk mal!" haben einige Leute im BDA nicht ganz verstanden:(:(:(

LG
Alex
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martin
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[*] Verfasst am: 8-6-2010 um 17:00


Bitte sag mir, daß das nur eine Computeranimation ist, eine Vorschlag der von den zuständigen Stellen natürlich verworfen wird!
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matthias
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Motto: No Mood

[*] Verfasst am: 8-6-2010 um 17:15


Das ist der blanke Alptraum. Sind die wahnsinnig geworden???? Das hat die Denkmalpflege zu verantworten???????? Dann ist das Abendland allerdings verloren ...
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Otto von Floridus
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Motto: Aufgeben gibt es nicht!

[*] Verfasst am: 8-6-2010 um 18:30


Die Frage ist ja die: was für ein wahnsinniger Prof. trichtert da seinen Architekturstuds ein-das man unbedingt alt mit neu verbinden muß??? Und das BDA sagt noch ja und amen dazu:mad::mad:
lg otto




Vivat,crescat,floreat !
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matthias
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Motto: No Mood

[*] Verfasst am: 8-6-2010 um 20:59


Und das Ergebnis: eine postmoderne Skulptur mit historischen Requisiten ...
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Wilhelm von Baumgarten
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Motto: Schildes ambet ist min art !

[*] Verfasst am: 8-6-2010 um 21:38


Jaja, wartet nur - die Burg Perchtoldsdorf ist auch bald fertig ! Das wird mindestens genau so schön !!!!!!



No nobis domine, no nobis,
sed nomine tuo da gloriam !
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Ronny-PG
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Motto: Sind doch nur a paar alte Steine...

[*] Verfasst am: 9-6-2010 um 16:54


perchtoldsdorf fahr ich jeden tag vorbei.. zum glück sieht man von der hauptstraße nicht von den umbauten...

war vor 10 jahren mal auf der burg...trau mich jetzt garnicht hin...:mad:


wird wirklich mal zeit ein ordentliches erbe eines amerikanischen onkels zu bekommen und sich mal einer ruine anzunehmen wie es sich "gehört" :P
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zu Lichtenberg
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[*] Verfasst am: 21-9-2011 um 21:20


Hallo zusammen,

mein erster Beitrag - und gleich so lang. Ich werde mich noch in der entsprechenden Rubrik vorstellen.

Ich habe - oh Wunder - als Neu(anmeld)ling (obwohl ich hier schon geraume Zeit lese) ausnahmsweise keine Frage, sondern möchte kurz zum hier angesprochenen 'Architekturgau' Stellung nehmen.

Um die Umbauten auf Schloss Lengberg richtig beurteilen zu können, sollte man auch die Randbedingungen kennen. Schloss Lengberg dient schon seit über 40 Jahren als Schule für schwer einzugliedernde Jugendliche mit leichten bis mittelschweren Behinderungen. Das Gebäude wird also intensiv genutzt. Das ist gut so, denn nur ein genutztes Gebäude wird entsprechend gepflegt.
In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden daher substanzeingreifende 'Renovierungen' vorgenommen (von Betondecken bis zu...alle Grauslichkeiten). Jetzt standen wieder Adaptionen an, die den gewachsenen Ansprüchen des Betriebs geschuldet sind. Das Land Tirol, gemeinsam mit dem Denkmalamt, haben in den letzten Jahren sehr viel Geld in die Hand genommen um Schloss Lengberg den Erfordernissen anzupassen und auch um frühere Bausünden zumindest einigermaßen auszubügeln. Rückgängig zu machen waren sie in den meisten Fällen leider nicht mehr.

Der indizierte Anbau auf dem Foto beherbergt zusätzliche Zimmer für die Heimschüler und auch eine Werkstatt. Im Schloss war kein Platz mehr, weswegen man sich auf diese (reversible) Variante einigte. Das Bauteil schwebt quasi über der Zwingermauer und ist vom Tal aus nicht sichtbar, nur vom bergseitigen Zugang zum Schloss aus (von dort wurde auch das Foto gemacht).

Um der historischen Bausubstanz gerecht zu werden, wurde einiges an Geld für Archäologie und Bauforschung ausgegeben - mit unerwartet sensationellen Ergebnissen. Diese werden nach und nach publiziert. Ein archäologischer Fund von Tausenden (die Einhandflöte) wurde bereits publiziert: http://www.schloss-lengberg.at/index.php?option=com_content&view=article&... Weitere folgen in den nächsten Jahren Schlag auf Schlag. Und die Funde waren wahrlich sensationell - ich wiederhole mich. Einfach mal Google bemühen...

Fazit: Man sollte also aufgrund eines Fotos nicht gleich ein vernichtendes Urteil fällen. Gut, man kann immer über soclche Dinge diskutieren, man sollte aber dabei unbedingt die Anforderungen im Auge behalten, die als Prämisse galten. M.E. ist das Projekt gelungen, auch wenn man es natürlich von der schlechtesten Seite fotografieren und kommentarlos in den Raum stellen kann. Zumindest wurde die historische Bausubstanz nicht mehr angetastet als unbedingt nötig. Der Rest ist, wie geschrieben, reversibel. Baut man die neuen Elemente ab, steht das Schloss da wie in der letzten Fassung aus dem 17./18. Jh.

Gruß Thomas

P.S. Noch ein interessantes Detail abseits der Architekturdiskussion: Wenn ihr das Foto mit dem 'schrecklichen' Anbau betrachtet, dann seht ihr über dem heutigen Tor einen schwachen Abdruck in der Ringmauer, der ebenfalls eine Toröffnung zu sein scheint. Das war in der Tat der romanische Zugang zur Burg. Im späten Mittelalter wurde der Hof derart abgesenkt, dass man das daraufhin erforderliche neue Tor dementsprechend niedriger anbringen musste.

Edit: 'des vorletzten Jahrhunderts' gegen 'des 20. Jahrhunderts' getauscht.
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Oliver de Minnebach
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Motto: Wen interessiert Bauforschung?!?

[*] Verfasst am: 22-9-2011 um 10:16


Zitat
In den 60er und 70er Jahren des mittlerweile vorletzten Jahrhunderts


in den 1860ern Betondecken? Die wären ja dann wohl wieder erhaltenswert!!!
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speerstark
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[*] Verfasst am: 22-9-2011 um 11:54


Zitat
in den 1860ern Betondecken? Die wären ja dann wohl wieder erhaltenswert!!!

Josef Monier ... rund um 1860 ... Stahlbeton "erfunden" najo.
Vielleicht war der Besitzer der Immobilie einer der ersten Anwender, oder die Decke eines der ersten Testobjekte.
Ok, Blumentöpfe sind keine Decken.
Aja, da gabs ja noch Hyatt und Ways & Freytag.
demütig
speerstark




Achtung Kirchenfreak! *gg*
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Wilhelm von Baumgarten
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Motto: Schildes ambet ist min art !

[*] Verfasst am: 22-9-2011 um 17:16


Es bleibt aber trotzdem total hässlich, da hilft nix.



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zu Lichtenberg
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[*] Verfasst am: 25-9-2011 um 11:07


Sorry, vertippt: Gemeint war 'des 20. Jahrhunderts'. Bausünden der 60er/70er Jahre eben, wie sie zuhauf überall zu finden sind.

@W. v. Baumgarten
Sicher, ich finde es auch nicht gerade schön. Aber eine Erweiterung war notwendig. Die Burg ist kein Museum, sondern eine Schule/ein Heim. Wichtig ist, dass solche Dinge reversibel sind, und das sind sie im Fall Lengberg. Der Eingriff in die eigentliche historische bausubstanz wurde so gering wie möglich gehalten.
Man sollte sich immer fragen, was die Alternative wäre und nicht nur absolut urteilen. Eine bunte Blumenwiese ist auch schöner als ein Parkplatz, auf dem man sein Auto abstellt um eine Burg zu besichtigen...
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Wilhelm von Baumgarten
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Motto: Schildes ambet ist min art !

[*] Verfasst am: 25-9-2011 um 13:15


Weil´s kein Museum ist darf´s ruhig schiach sein ? Eigenartige Logik.



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wulf
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[*] Verfasst am: 25-9-2011 um 19:12


Nun ja reversibel. Was bedeutet man kann/könnte, aber wer zahlt dann auch dieses "reversibilisieren". Heiligt hier auch "der Zweck die Mittel" ?

LG
wulf
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[*] Verfasst am: 25-9-2011 um 21:09


Man sollte die Diskussion ein wenig differenzieren.

Tatsache ist, dass der Platz benötigt wurde, damit der Betrieb weiterlaufen kann. Eine Verlegung der Schule sowie eine daraus folgende andere Nutzung der Burg standen nicht zur Diskussion, da weder finanzierbar noch technisch machbar. Zur Erweiterung der Funktionsfläche stand nur die Kubatur der Burg zur Verfügung. Jeder, der die topografische Situation kennt, kann das bestätigen.
Tatsache ist ebenfalls, dass der neu zu gewinnende Platz möglichst wenig physisch in die alte Bausubstanz eingreifen sollte, so dass diese Architekturelemente gegebenenfalls wieder rückgebaut werden können und die letzte Fassung der historischen Anlage wiederhergestellt werden kann. Auch das ist bei der bestehenden Ausführung gegeben. Wann das geschieht, ob es überaupt je geschieht, das kann heute niemand sagen. Aber die Option besteht - im Gegensatz zu einem substanzeingreifenden Umbau -, und das ist wichtig.

Bleibt als Diskussionspunkt die Geschmacksfrage. Da kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Und das Foto wurde auch aus der für den Kritiker denkbar 'dankbarsten' Perspektive geschossen. Alle Menschen, die nicht direkt in das Schloss wollen (und das sind sicher 99,99%), sehen den Anbau entweder gar nicht, oder im 'schlimmsten' Fall so -> http://www.esv-linz.net/menu04/pics/menu04_1/2011-07-11_osttiroler%20dolomite...

Es geht somit eigentlich nur um den architektonischen Entwurf an sich. Und das ist eben Geschmacksache und für mich daher kein Diskussionsgrund. Ich wollte nur die Umstände schildern, wie es überhaupt dazu kam. Ich hoffe, das ist mir in sachlicher Form gelungen.
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wulf
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[*] Verfasst am: 25-9-2011 um 22:01


Zitat

Bleibt als Diskussionspunkt die Geschmacksfrage. *Auszug*


Wenn also alles andere nicht als relevant angenommen wird, braucht man über Geschmack in diesen fall auch nicht mehr diskutieren meine ich.
Die eigentliche Frage der Kostenübernahme solcher "reversibilisierungen" bleibt also offen.

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[*] Verfasst am: 25-9-2011 um 22:26


Du kannst gerne über Geschmacksfragen diskutieren. Nur ich werde das nicht tun.


Zitat
Die eigentliche Frage der Kostenübernahme solcher "reversibilisierungen" bleibt also offen.


Solange, bis sich eine andere Nutzung ergeben wird, ja. Ich habe z.B. bei meinem Haus manche moderne Einbauten zurückgebaut und war froh, dass sie damals einigermaßen reversibel ausgeführt wurden, ohne die historische Bausubstanz zu schädigen. Die Kosten dafür habe selbstverständlich ich übernommen, wer auch sonst.
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