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Autor Betreff: Heumühle auf der Wieden
Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 26-2-2012 um 13:40
Heumühle auf der Wieden



Die Heumühle auf der Wieden ist eine ehemalige Wassermühle, die in ihrer heutigen Form auf das 14. Jahrhundert zurück geht. Sie gilt als der älteste Profanbau Wiens.

Der Bezirk, die Stadt Wien, das Bundesdenkmalamt und die Eigentümer haben gemeinsam die Renovierung geplant und 2008 umgesetzt. 850.000 Euro wurden insgesamt investiert.
Ich persönlich bin ja sehr froh,das die alte Mühle erhalten blieb und nicht abgerissen wurde,nur etwas überrestauriert ist das Gebäude schon !

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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 26-2-2012 um 13:42


•Die Heumühle, ursprünglich Steinmühle genannt, gehörte zur Grundherrschaft des Bürgerspitals. Im Grundbuch des Heiligengeistspitals wurden 1326 zwei Mühlen - die Heiligengeistermühle und die Steinmühle - genannt, für die Zins gezahlt wurde.
•1528 und 1529 brannte die Mühle ab. Im Zuge der Wiederaufbauten wurden neue Grindelöffnungen errichtet. Grindel sind die Radwellen der Mühlräder. Jüngste Forschungen ergaben, dass es fünf dieser Grindelöffnungen gegeben hat. Unter Kaiser Ferdinand I. wurde 1533 die Steinmühle dem Bistum Wien übergeben.

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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 26-2-2012 um 13:44


•Im 16. Jahrhundert erfolgten größere Auf - und Umbauten. Damals dürfte der heutige Anbau entstanden sein, der ein Vorhaus mit Küche, eine Kammer, ein "Stübl" und die Backstube beherbergte.
•Ab dem 17. Jahrhundert wurde auch der Name Heumühle verwendet. Immer wieder erfolgten größere Veränderungen und Reparaturen. Der Mühlenbetrieb blieb bis 1856 aufrecht.
•Die Gemeinde Wien erwarb 1856 um 30.000 Gulden das Mühl- und Wasserrecht von der Erzdiözese Wien und ließ den Mühlbach aus gesundheitlichen Gründen zuschütten. Bis weit in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Bau als Lagerstätte. Die Heumühle gehört heute Privateigentümern.

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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 26-2-2012 um 13:48


An der Nordseite des zweigeschossigen Gebäudes floss ehemals der vom Wienfluss abzweigende Mühlbach vorbei. Archivalische Quellen, bauhistorische und archäologische Befunde sowie dendrochronologische Untersuchungen konnten belegen, dass die Heumühle (ehemals Steinmühle) bereits vor 1326 und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Mühle in Verwendung war. Ursprünglich im Besitz des Heiligengeistspitals, ging die Mühle 1533 urkundlich in das Eigentum des Erzbistums Wien über.
Bausubstanz, Baudetails und Zäsuren erzählen noch heute von den unterschiedlichen Bau- und Ausstattungsphasen der Heumühle und ihren Geschichten. So können die frühesten Mauerteile ins 14. Jahrhundert datiert werden, am aufgehenden Mauerwerk sind deutliche Spuren der Brände während der 1. Türkenbelagerung von 1529 ablesbar, vermauerte sogenannte Grindelöffnungen zeugen von der Abfolge unterschiedlicher Wasserwerke im Lauf der Zeit. Im Zuge der archäologischen Grabungen konnten außerdem die Fundamente für die Umbauten, Aufstockungen sowie Zubauten im 17. Jahrhundert erforscht und dokumentiert werden.
Die letzte große bauliche Veränderung erfolgte von 1815 bis 1818. Auf diese Bauphase gehen auch die bemerkenswerten Holzkonstruktionen im Inneren sowie die Kielbogen- bzw. Spitzbogenfenster zurück. Sie prägt entscheidend das heutige Erscheinungsbild der Heumühle. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, nach Zuschüttung des Mühlbachs, verlor die Mühle ihre Funktion, wurde in der Folge als Werkstätte genutzt und geriet zunehmend in Vergessenheit; die Bausubstanz verfiel daher immer mehr.
Text BDA

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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 26-2-2012 um 13:50


Die in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführten aktuellen Adaptierungsmaßnahmen ermöglichen eine Wiederbelebung und Neubewertung des Objektes. Voraussetzung dafür waren die statische Sicherung und die Aussteifung der Wände. Da das Bauwerk keine zusätzlichen Lasten aufnehmen konnte, wurden alle Konstruktionselemente im Inneren separat fundamentiert und selbsttragend hergestellt. Nur so war es möglich, das historische Erscheinungsbild zu bewahren. Die Fassaden sind nach restauratorischem Befund als putzsichtige Kalkputzfassaden in traditioneller Handwerkstechnik ausgeführt. An der Ostfassade konnte der Putz von 1620 mit horizontalen Bänderungen freigelegt, konserviert und gesichert werden. Die Fenster wurden großteils instand gesetzt, wenn dies nicht möglich war, stil- und fachgerecht nachgebaut. Dies galt auch für die gotisierenden, für ein Mühlengebäude ungewöhnlichen und auch aus kunsthistorischer Sicht bemerkenswerten Fenster aus dem beginnenden 19. Jahrhundert.

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Otto von Floridus
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[*] Verfasst am: 26-2-2012 um 13:53


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chateaufort
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Motto: No Mood

[*] Verfasst am: 27-2-2012 um 21:18


Eigentlich ist es gut gemacht. Was als einziges wehtut, sind die Dachflächenfenster, und man hat sich hier in der Detailausbildung immerhin Mühe gegeben. Sogar die Rampe für den behindertengerechten Zugang ist so unaufdringlich wie nötig gelöst.
Rein gefühlsmäßig, nunja, es fehlt eben die Patina. Aber das ändert sich noch.

Grüße, chateaufort




"Ein Räthsel, [...] (dessen) Geheimniss sich nur allmählich zu entschleiern beginnt, muss immer wieder vom Forscher neu zu rathen versucht werden. Die beste Vorübung aber erscheint dazu die stets erneute Untersuchung des räthselhaften Objektes selbst." (C[hristian] Mehlis, Zur Dürkheimer Ringmauer, in: Jahresbericht der Pollichia / eines naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz zu Dürkheim a. d. H., Bd. 37-39, 1881, hier S. 71)
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