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Autor Betreff: Søborg slotsruin, DK
speerstark
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[*] Verfasst am: 23-5-2012 um 22:08
Søborg slotsruin, DK



Eine ehemalige Burg, Gefängnis und Steinbruch - Søburg slotsruin.

Nette Details (Zugbrücke), aber auch ein bissi gruselig, obwohl wir vorher nicht wußten, dass dort einmal ein Gefängnis war.
In der NO-Ecke wars angenehmer (kein Scherz!) - dort wird die Kapelle vermutet.

Übersetzung aus dem Dänischen - ohne Gewähr.

Søborg slotsruin

Søborg Burg diente bereits Ende des 12. Jahrhunderts als Staatsgefängnis für gefährliche Feinde der Monarchie. Bischof Waldemar von Schleswig wurde hier für 13 Jahre zwischen 1193 und 1206 inhaftiert weil er die Macht in Dänemark an sich reißen wollte.
Berühmtest war wahrscheinlich Erzbischof Jens Grand, der hier für 20 Monate gefangen war, bevor er im Jahr 1295 entkommen konnte. Eine Chronik erzählt von Erzbischof schrecklichen Bedingungen im Gefängnisturm. Er war gefesselt, so dass er sich kaum in den kalten und feuchten Räumen bewegen konnte.
Das Essen, das von Brot und Kohlsuppe bestand, war von Maden befallen, was der Gefangene wegen der Dunkelheit nicht sehen konnte. Die dramatische Flucht in der Nacht auf den 13. Dezember 1295 wurde von einem Koch für Erzbischof unten im Turm (irgendwas mit trinken ist da auch).
Zwei Pferde brachten sie hinunter zum Strand, wo ein Schiff wartete.

Schließlich war das Schloss veraltet. Bei der "gräflichen Fehde" im Jahre 1534 wurde es schwer beschädigt und wurde aufgegeben, die Schäden zu reparieren. Im Jahre 1577 wurde es den Leuten (dem Lehnsmann?) von Kronborg erlaubt, die Steine der Ruine zu verwenden.
Archäologischen Ausgrabungen in der Burgruine im 17. Jhdt. durch Søborg Priester Christopher Schröder. Die erste organiserde Ausgrabung fand statt im Jahre 1850 mit dem König Frederik VII. an der Spitze von 21 Soldaten.
In diesem Jahrhundert führte das Nationalmuseum mehrere Studien durch, aber noch immer ist die Baugeschichte der Schlossanlage nicht vollständig geklärt.

Eine Menge von spannenden "lässigen" Funden informiert Sie über das tägliche Leben auf der Burg in Krieg und Frieden.


Bildunterschriften:
König Frederik VII. bei einer Ausgrabung (Jelling 1861). Im Jahr 1850 führte König eine substanziellere Ausgrabung an Søborg Burgruine durch.

Es wurden mehrere mittelalterliche Schwerter in der Søborg Burgruine gefunden. Diese beiden sind aus dem 12. Jhdt.

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[*] Verfasst am: 23-5-2012 um 22:18


Nettes Detail zur Zugbrückenlagerung.

Übersetzung aus dem Dänischen - ohne Gewähr.

Søborgs Burg-Geschichte geht zurück bis Anfang des 11. Jhdt. Nach der Überlieferung war der Erbauer Erzbischof Eskil, der auch das nahe gelegene Kloster Ersum gründete, es gibt aber keine Garantie dafür. ("viikke" - Keine Garantie für Wikinger??). Bald jedoch war Søborg im Besitz der Krone.
Die Burg wurde auf der äußersten von drei kleinen Inseln des Søborg Sees gebaut und wurde somit von allen Seiten geschützt.

Das älteste System bestand vermutlich aus einem ringförmigen Wand/Wall (?), die/der mit einer dicken Schicht aus Torf verstärkt wurde. Später baute man einen großen achteckigen Turm, der auf einem Rahmen von Balken ruhte. Funde von Backsteinen (Ziegel) Trümmer in der Gebäudeschicht und eine Münze von Waldemar dem Großen von 1157 zeigt, dass dieser Turm nach Mitte 12.-Jahrhundert gebaut wurde.
Eine lange Lebensdauer hatten die Pflanzen nicht. In dem 1200-Jahrhundert wurde mit Gewalt abgerissen, der Turm abgerissen und stattdessen baute eine große Festung von rd. 60 x 60 m.
Herskabsboligen (?), "Palladium", der Ostflügel genannt. Er bestand aus einem großen Saal mit gewölbter Raum auf jeder Seite.
Nördlich vom Palladium war wohl eine kleine Schlosskapelle, deren Gewölbe von vier Säulen getragen wurde.

Die aktuelle Holzbrücke über den Burggraben liegt etwa an der gleichen Stelle wie die originale Zugbrücke die zum Torturm und anschließend in die Burg geführt hat. Die Grundlagen der Steinbearbeitung für die Brücke mit Schlitzen für Balken des Schlosses, sind noch sichtbar.


Bildin- und Bildunterschriften:
Borklap med kontravægt =
Die Brücken mit Gegengewicht

Riller til vindebroens bjælker=
Rillen (Schlitze) für die auskragenden Brückenbalken und Gegengewichte

Vuindeboren ved Søborg slot var ... =
An der Zugbrücke bei Søborg Burg waren die Brückenträger so angeordnet, dass diese mit Gegengewichten nach unten in zwei tiefe Furchen (Schlitze) geführt wurden. (irgendwas mit offen, oder geöffnetem Zustand ist da noch - glaube ich).

Skår med skægget mandshoved = "Zeichen" vom Kopf eines bärtigen Mannes (freie Übersetzung)

Omradet omkring Søborg i middelalderden = Die Gegend um Søborg im Mittelalter.

Norde tårn = Nordturm

Borgkapel Brønd = Burgkapelle, „Brønd“ = ?

Det ottekantede tårn = Der achteckige Turm

Vindebroens brohoved = Auskragende Brücke (Zugbrücke)

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[*] Verfasst am: 23-5-2012 um 22:19


Zugang zur Burg

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[*] Verfasst am: 23-5-2012 um 22:19


Detail zur Zugbrücke - siehe Text vorher

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[*] Verfasst am: 23-5-2012 um 22:20


Detail zur Zugbrücke

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[*] Verfasst am: 23-5-2012 um 22:22


Søborg slotsruin

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[*] Verfasst am: 26-5-2012 um 21:05


Ich weiss, die Ruine, die Reste gibt/geben nicht viel her.
Der Ort ist auch nicht so einfach zu finden (aber auch nicht versteckt).

Beeindruckend ist für mich das Umland in Dänemark mit deinem 147 m (!!) hohen "Himmelberg" als höchste natürliche Erhebung im Land.

Ebenes Gelände, früher oft viel näher an der Küse, oder wie hier durch den Søborg-Sø (Soburg-See) durch Wasser umgeben und quasi mit dem Meer -fast- verbunden.

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speerstark

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