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Autor Betreff: Schweiz: Seltener Münzfund
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[*] Verfasst am: 11-3-2005 um 22:15
Schweiz: Seltener Münzfund



Mittelalterlicher Münzfund in der Schweiz
45 Silbermünzen im Sommer entdeckt und bis jetzt geheim gehalten

Cham - In einem Wald bei Cham in der Schweiz haben Archäologen 45 mittelalterliche Silbermünzen entdeckt. Sie dürften zwischen 1240 und 1270 geprägt worden sein und stammen aus dem Bodensee-Gebiet. Es handelt sich um den einzigen Münzfund dieser Art in der Zentralschweiz. Der wissenschaftliche Wert der Entdeckung wird daher als sehr hoch eingeschätzt. Der Fund erfolgte bereits im Sommer 2004. Um ungestört Ausgrabungen zu machen, wurde die Entdeckung aber bis jetzt geheim gehalten.

Das zugerische Amt für Denkmalpflege und Archäologie informierte am Mittwoch über den Silberschatz. Bereits im Juli 2004 hatte ein Mitarbeiter der Zuger Kantonsarchäologie in einem Wald bei Oberwil (Cham) erste Münzen gefunden. Bei systematischen Grabungen kamen weitere Stücke sowie mittelalterliche Keramikscherben zum Vorschein. Der Fundort liegt in der Nähe des alten Landweges von Cham durch das Knonauer Amt nach Norden.

"Möglicherweise musste ein Reisender den Schatz kurzerhand verstecken"

Münzschatzfunde aus jener Zeit, am "Vorabend" der Gründung der Eidgenossenschaft, sind sehr selten. Münzen aus dem Bodensee-Gebiet waren in der Zentralschweiz bisher unbekannt. Es handelt sich bei dem Fund um dünne, einseitig geprägte Silberpfennige, deren Embleme auf das Bodensee-Gebiet verweisen: Brustbild des Konstanzer Bischofs, Hirsch für Grafschaft Sigmaringen, Lindenblätter für Abteil Lindau, heiliger Gallus für die Abtei St. Gallen, turmbewehrte Stadt für Ravensburg.

In der Zentralschweiz wurden im 13. Jahrhundert noch keine Münzen geprägt. In der Region waren vor allem Zürcher Pfennige im Umlauf. Für die Zuger Archäologen ist es daher erstaunlich, dass Zürcher Prägungen fehlen. Möglich sei, dass damals wichtige Rechte in Cham um 1240 in die Händen des Konstanzer Bischofs übergingen. Damit bewegt sich die Forschung noch im Rahmen der Spekulation. So auch bei der Frage, wie die Münzen an den heutigen Fundort gelangten. "Möglicherweise", so die Kantonsarchäologie, "musste ein Reisender - ein Gefolgsmann des Bischofs - den Schatz kurzerhand verstecken und kam später nicht mehr dazu, die Münzen zu heben."

Geringer Materialwert

Die Frage nach dem Wert des Fundes kann nicht genau beantwortet werden. Die 45 Münzen wiegen zusammen etwa 20 Gramm Silber; das entspricht einem Materialwert von höchstens fünf Franken (3,22 Euro). Der Kunsthandelswert dürfte heute aber mehrere tausend Franken betragen. Was die damalige Kaufkraft betrifft, so weiß man, dass ein Schaf ungefähr 24 und ein Widder 48 Zürcher Pfennige wert war. Konstanzer Pfennige hatten aber einen höheren Silbergehalt und daher auch eine etwas höhere Kaufkraft.(APA/sda)

http://derstandard.at/?id=1977189
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