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Autor Betreff: Schellenstein
norb3
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Motto: No Mood

[*] Verfasst am: 30-6-2005 um 22:52
Schellenstein



Hallo Leute!

Ich habe mal abgetippt, was ich zum Thema Schellenstein in einem alten Buch gefunden habe.
Heimatkunde des politischen Bezirkes Kirchdorf an der Krems. Kurt Weinbauer, Bezirksschulinspektor i.R.
II. Band.

Erarbeitet mit der Arbeitsgemeinschaft der Lehrerschaft des Bezirkes Kirchdorf in den Jahren 1929 bis 1934 und herausgegeben von Kurt Weinbauer, Bezirksschulinspektor i.R.
1938 - 1939

Darin steht:

Schellenstein

Eine Sage bringt die Feste Pernstein in Verbindung mit einer ihr gegenüber auf dem Schellenstein (Turhamberg) gelegenen Burg, genannt „Schellenstein“.
Die Sage berichtet: Der letzte Besitzer Schellensteins war ein Bruder des Burgherrn von Pernstein. Die beiden Brüder lebten in beständigem Hader um die Vormachtstellung in der Gegend und besonders war es der Pernsteiner, der seinen Bruderr wegen des zunehmenden Wohlstandes haßte und ihn zu beseitigen trachtete. Eines Tages lud er ihn zu einem Feste nach Pernstein. Während des Festes ließ er Schellenstein anzünden. Wie ganz zufällig trat er während des Mahles zu einem der Fenster – dieses Fenster wird noch heute den Besuchern Altpernsteins gezeigt – und rief ganz bestürzt seinem Bruder zu, daß seine Burg brenne. Als dieser nun ebenfalls ans Fenster trat, stützte ihn der neidische Bruder über die turmhohen Mauern uns Felsen hinab in die Tiefe. Schellenstein aber wurde nicht wieder aufgebaut. Soweit die Sage.
Über die Geschichte dieser sagenhaften Burg Schellenstein aber, von der schon längst keinerlei Reste mehr zu sehen sind, lassen wir P. Oddo Binderberger, Pfarrer von Heiligenkreuz, sprechen. Er schreibt in der derzeitigen Pfarrchronik: Eine Frage, über die schon viel gestritten wurde, interessiert uns hier: Hat es ein Schloß Schellenstein gegeben?
Gar manches weiß die Sage vom Schellenstein zu erzählen. Erbaut soll die Feste am Schellenstein in der Zeit und auf Zutun Ottokars I. von Steyr worden sein, also gegen Ende des 10. Jahrhunderts. Nach nicht ganz 200 jährigen Bestand (um 1180) lag das Schloß wieder in Asche. Daß man in der jetzigen Zeit keine Überreste von Mauern mehr findet, ist noch kein Beweis dafür, daß Schellenstein überhaupt nicht bestanden hat. Gar rasch verwittern und verfallen Mauerreste durch die Ungunst der Witterung. Über Schellenstein schreibt P. Beda Piringer in seinen geschichtlichen Notizen über Altpernstein: „Da in diesem Jahrzehnt (1180) das letzte Mal von einem Pernsteiner (Pillung) und das einzigemal von einem Schellensteiner (Dietrich) urkundlich die Rede ist, so fällt wenigstens ein Funken von Wahrscheinlichkeit auf den Kern der Sage, welche Schellenstein und das Geschlecht der Pernsteiner in den Tagen Barbarossas und der Kreuzzüge untergehen läßt.“ In einer Urkunde vom 29. Jänner 1553 (Archiv Kremsmünster) wird Schellenstein noch als ödes Schloß bezeichnet und es werden die Grenzen des dazugehörigen Gebietes angegeben, was sicher nicht sein könnte, wenn es nie ein Schellenstein gegeben hätte. Die Urkunde handelt vom Verkauf Schellensteins. Der Besitzer, Eustach Herr v. Scherfenberg zu Windeck, verkauft Schellenstein und die dazugehörigen Gründ an seinen Gevatter Hans Aschpan zu Lichtenhag und Wickenspach. Aber nicht lange war Hans Aschpan im Besitze des Schellensteins. Bereits im Jahre 1586 ist der größte Teil dieses Gebietes unter zwölf Bauern aufgeteilt. Schellenstein kam auf nicht geklärte Weise 1586 in den Besitz der Starhemberge. Helmhardt Jörger hat den ganzen Besitz von Heinrich von Starhemberg käuflich erworben und 1586 zwölf Bauern Servitute eingeräumt. 1591 hat Helmhardt Jörger den Schellenstein an diese „zwölf Untertanen zu Thurnhaimb“ vererbt, deren Nachfahren ihn heute noch im Besitze haben. Schloß Schellenstein war damals schon ganz verfallen. Der berühmte Geograph Georg Vischer hat die hiesige Gegemd um das Jahr 1660 nach der Natur aufgenommen und Schloß Schellenstein als Ruine eingezeichnet. Eine andere Karte (ebenfalls aus dem Archiv zu Kremsmünster) wurde ungefähr zur selben Zeit angefertigt. Grund der Anfertigung dieser Karte scheinen Grenzstreitigkeiten gewesen zu sein. In dieser Karte steht vermerkt: „Dahs öde Schloß Schellenstein sambt den Thurnhamberg, wovon nichts denn Stainkögl zu sehen. Aus allen hier ausgeführten Daten geht hervor, daß man die Frage, ob Schellenstein bestanden, nicht verneinen kann.

Gruß
Norbert
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burgenkunde_markus
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[*] Verfasst am: 23-5-2010 um 07:39


Hallo Norbert

Danke für diesen Bericht.
Schellenstein bietet einen schönen Ausblick Richtung Kirchdorf a.d. Krems und auch nach Altpernstein. Die Zisterne, so ein mir gut bekannter Burgenforscher, ist noch heute zu sehen. Es dürften (illegale?) Grabungen stattgefunden haben und es kamen dabei auch einige (mittlerweile verschollenen?) Funde zu Tage.

Liebe Grüße
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Hagen von Tronje
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[*] Verfasst am: 8-10-2011 um 09:21


Hallo Markus,

Ich war kürzlich am Schellenstein. Die Lagestelle (aufragende Kalkklippe) ist beeindruckend, aber von den Mauerresten habe ich nichts mehr erkennen können. Die Zisterne ist aber noch vorhanden.

Hagen von Tronje hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
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Hagen von Tronje
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Motto: Die Welt ist alles was der Fall ist

[*] Verfasst am: 8-10-2011 um 09:22
Schellenstein



Zisterne von Schellenstein

Hagen von Tronje hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
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