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Autor Betreff: Skelettteile in Schottergrube 1000 Jahre alt
greenspirit
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[*] Verfasst am: 22-3-2006 um 22:47
Skelettteile in Schottergrube 1000 Jahre alt



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greenspirit
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[*] Verfasst am: 22-3-2006 um 22:50
Skelettteile in Schottergrube 1000 Jahre alt



22.03.2006; Kleine Zeitung

Arbeiter stießen in einer Schottergrube in Feistritz an der Drau auf Gräber aus dem Frühmittelalter. Experten sprechen von wertvollem Fund. Diesen Tag werden der 36-jährige Kraftfahrer Michael Mock aus St. Jakob im Rosental und der um ein Jahr jüngere Baggerfahrer Christian Lindl aus Klagenfurt wohl ein Leben lang nicht vergessen. Die beiden Arbeitskollegen waren gestern Vormittag in einer Schottergrube in Hundsdorf, Gemeinde Feistritz im Rosental, mit dem Schotterabbau beschäftigt. Plötzlich, so schilderten die Männer später, sei ein Totenkopf zum Vorschein gekommen. "Erste kleine Knochen haben die Männer schon am Montag gefunden. Sie schenkten den Teilen aber keine besondere Bedeutung da es immer wieder vorkommt, dass Tierkadaver zu Tage gefördert werden", schildert Werner Jesenko von der örtlichen Polizeiinspektion.

Landeskriminalamt. Mit seinem Kollegen Robert Graber schaltete Jesenko das Landeskriminalamt und das Bundesdenkmalamt ein. Die Kriminaltechniker und der Archäologe Manfred Fuchs nahmen den Fundort genauer unter die Lupe. Nach einer ersten Untersuchung des Schädels konnte Manfred Fuchs ein erstes, für die Wissenschaft äußerst überraschendes, Ergebnis präsentieren.

Frühmittelalter. "Die Skelettteile stammen aus dem Frühmittelalter. Die vier Gräber waren Ost-West ausgerichtet. Im 9. und 10. Jahrhundert wurden die Toten so bestattet, dass die Augen Richtung Osten blickten", erläutert Fuchs.

Erste Quellenüberprüfungen haben nach Angaben des Wissenschafters ergeben, dass bisher im Bereich Feistritz an der Drau keine archäologischen Funde aus dem Frühmittelalter dokumentiert sind. Auch gäbe es keine historischen Aufzeichnungen über Gräberfelder. "Wir werden in den nächsten Wochen das Gebiet rund um die Fundstelle noch genauer untersuchen", kündigt Manfred Fuchs an. Dann werde auch über eine mögliche Notgrabung zu entscheiden sein.

Wallanlagen. Den beiden Findern der Knochenteile spricht der Archäologe Dank und Anerkennung aus. "Sie haben uns durch ihre Aufmerksamkeit auf eine bisher unbeschrieben Spur gebracht." Bekannt war bisher nur die Existenz von frühmittelalterlichen Wallanlagen.
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[*] Verfasst am: 23-3-2006 um 08:04


Zitat
Originally posted by greenspirit
"Wir werden in den nächsten Wochen das Gebiet rund um die Fundstelle noch genauer untersuchen", kündigt Manfred Fuchs an. Dann werde auch über eine mögliche Notgrabung zu entscheiden sein.



Ich hoffe sehr, dass dieser ungewöhnliche Fund in die Hände eines Frühmittelalter-Experten, wie Dr. Glaser oder Dr. Karpf gelegt wird. Dem BDA und seinem zuständigen Archäologen vertrau ich in dieser Sache nicht besonders. Man hört hin und wieder Geschichten, die nicht sehr erfreulich in diesem Zusammenhang sind. Denn oft sind die Entschlüsse gegen eine Notgrabung seitens des BDA in Kärnten sehr fragwürdig.
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[*] Verfasst am: 23-3-2006 um 12:08


Interessant ist auch, dass Krone und Kurier von 50-100 Jahre alte Gräber sprechen:

http://derstandard.at/?url=/?id=2386696

Gräberfund in Kärntner Schottergrube
Menschliche Skelett-Teile 50 bis 100 Jahre alt - Polizei und Archäologe untersuchen Fundstelle

Klagenfurt - Bei Baggerarbeiten in einer Schottergrube in Hundsdorf (Gemeinde Feistritz/Rosental) sind am Mittwoch menschliche Skelett-Teile gefunden worden. Es dürfte sich um ein Gräberfeld handeln, bestätigte ein Polizeisprecher eine entsprechende Meldung des ORF Kärnten auf APA-Anfrage. Die Knochen seien ersten Erkenntnissen zufolge 50 bis 100 Jahre alt.

Dies hätten Ersterhebungen der Polizei und eines Archäologen des Bundesdenkmalamts Kärnten ergeben. Zwei Arbeiter waren Mittwoch früh auf einen skelettierten menschlichen Schädel gestoßen, der bei Abbauarbeiten freigelegt worden war. Er ist ersten Ergebnissen zufolge 50 bis 100 Jahre alt. In der Folge wurden weitere Knochen von mehreren Toten und insgesamt vier Grabgruben gefunden. (APA)


Wäre auch wahrscheinlich, dass es sich um Opfer aus dem 2 WK. handelt, im Rosental ist es damals ziemlich zugegangen (Partisanen, Nazis).
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[*] Verfasst am: 23-3-2006 um 13:00
...



Heute landete eine gratis-"krone" in meinem Postkasterl, da laß ich auch einen ähnlichen Bericht in dem von 50-100 Jahre ausgegangen wurde. Wäre dort vor dieser Zeit ein Friedhof oder dergleichen gewesen müßte man das ja noch wissen... wie erklärt sich diese diskrepanz? entweder krone und kurier haben schlecht recherchiert, (gehören nicht beide zur WAZ?) bzw. während den recherchen war noch nichts Genaues bekannt, oder die wollen schnell weiterbaggern und alles unter den Tisch kehren. soviel durchtriebenheit kann ich mir dann aber doch nicht vorstellen...

jedenfalls sollte man die geschichte im auge behalten. an Naziverbrechen habe ich auch gedacht, aber die ausrichtung der Leichen hätt´s da nicht gegeben- wenn dann zufällig.

wieder so ein Beispiel für die Verläßlichkeit unseres Pressejournalismus.
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[*] Verfasst am: 23-3-2006 um 13:14
..



da haben die beiden "Qualitätsblattln" anscheinend doch geirrt, und munter voneinander abgeschrieben...

"Gräberfeld aus dem Frühmittelalter
Jene menschlichen Skelette, die am Mittwoch in einer Schottergrube gefunden worden waren, dürften aus dem Frühmittelalter stammen. Es könnte sich um ein größeres Gräberfeld handeln. Der Fund wird eine Notgrabung zur Folge haben.


Soweit es sich bisher feststellen lässt, befinden sich in der Schottergrube in Hundsdorf vier Gräber aus der caranthanischen Zeit (9. bis 10. Jahrhundert)."

ORF.at http://kaernten.orf.at/stories/97714/
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[*] Verfasst am: 24-3-2006 um 07:56


Erstaunlich und sehr erfreulich. Sehr wahrscheinlich in dieser Gegend wären aber auch Opfer der Nazis bzw. Partisanen gewesen (ergo 50 Jahre). Allerdings haben sich die Zeitungen da wohl eine Ente erlaubt, da schon in "Kärnten Heute" am Mittwoch von MA die Rede war.
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[*] Verfasst am: 24-3-2006 um 15:36


Heute habe ich in der KTZ (Kärntner Tageszeitung) darüber einen Bericht gelesen, da sind die Skelette zwar 1000 Jahre alt aber dafür ist Theoderich plötzlich der König der Langobarden und nicht der Wesgoten und lebte zwischen 800-1000 was natürlich auch totaler Blödsinn ist. Naja in allen Tageszeitungen wo ich jetzt über den Fund gelesen habe waren mehr als peinliche Fehler drinnen, zeugt wohl von sehr großer redaktioneller Sorgfalt. Es ist ja auch ungemein schwer das Wort „Theoderich“ ins google einzutippen...
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Wilhelm von Baumgarten
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[*] Verfasst am: 24-3-2006 um 17:09


Du solltest nicht glauben wo Leute uns als Hochmittelaltergruppe eingeordnet haben. Die Streuung ging von Steinzeitmeschen über Römer bis zum Prinz Eugen.



No nobis domine, no nobis,
sed nomine tuo da gloriam !
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[*] Verfasst am: 27-3-2006 um 08:23


Ein sehr pathetischer Artikel:

http://www.ktz.at/_content_detail.php?detail_id=34882

Ein Knochencode für Kärnten

Über unser Land im frühen Mittelalter gibt es kaum Informationen. Sobald der Schnee geschmolzen ist, will man in Hundsdorf graben und vielleicht einen Schlüssel für unsere Vergangenheit finden.

FEISTRITZ/ROSENTAL. Dichter Nebel hängt über der Hundsdorfer Schottergrube und verleiht dem Gräber-Fundort ein schauriges Ambiente. Ein Arbeiter geht einsam seiner Tätigkeit nach - in Hinblick auf den gruseligen Fund vom Vortag, wohl mit gemischten Gefühlen.
Ein Totenkopf auf der Baggerschaufel und verwitterte Knochenreste hatten hier Mittwoch für Aufregung gesorgt (die KTZ berichtete) und die Gerüchteküche zum Brodeln gebracht: über Kriegs- und Pestopfer wurde spekuliert, auf über das plötzliche Auftauchen einer vermissten Person.

Älter als 1000 Jahre?
Manfred Fuchs vom Bundesdenkmalamt konnte den Mutmaßungen ein Ende setzen: ersten Untersuchungen zufolge sind die Knochen mindestens 1000 Jahre alt. Sie könnten gar aus der Spätantike stammen und noch "antiker" sein, als zuerst vermutet.
Der Archäologe hat seinen Fund gereinigt und freut sich über den guten Zustand des Schädels. Das liegt wohl an der Bodenbeschaffenheit: Der Schotter hat die Gräber weitgehend vor Feuchtigkeit und Schäden bewahrt. Anhand von Parallelfunden konnte Fuchs eine erste Grobdatierung vornehmen.
Nun heißt es abwarten, bis der Schnee schmilzt - aus der Bevölkerung, die von der möglichen Sensation fasziniert ist, kam gestern das Angebot, das Hindernis mit dem Pflug zu entfernen. Denn erst anhand eines unversehrten Grabes kann der "Schatz" mit Sicherheit einer Epoche zugeordnet werden. Während Fuchs auf ein Gräberfeld hofft, sieht Landes-Archiv-Direktor Wilhelm Wadl die Sache nüchtern: "Warten wir ab! Für mich ist das kein typischer Siedlungsplatz des Frühmittelalters. Die Überschwemmungsgefahr durch die Drau war zu groß." Die Schotterarbeiten wurden vorerst eingestellt.
PIERINA PIZZATO
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[*] Verfasst am: 27-3-2006 um 08:24


Weiß vielleicht jemand, wo sich besagte Schottergrube befindet, angeblich sollen 2 davon in Hundsdorf existieren, eine davon an der Drau. Wenn es sich um dieselbige handelt, dann muss ich dem Dr. Wadl recht geben. Die andere Grube, konnte ich im Kagis leider nicht lokalisieren.

Bin ja mal gespannt was der gute Dr. Fuchs unter "Parallelfunden" versteht.
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[*] Verfasst am: 27-3-2006 um 13:58


ich werde in dieser woche mein mopi aus dem winterschlaf erwecken und mir dann mal die gegend genauer anschauen
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