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Autor Betreff: Geophysik & Burgruine Löffelstelz
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[*] Verfasst am: 15-5-2006 um 07:16
Geophysik & Burgruine Löffelstelz



http://www.pz-news.de/muehlacker/80413/

Bodenradar ortet alte Burgmauer
Untergrund an der Burgruine Löffelstelz wird mit elektromagnetischen Wellen durchsucht: Albverein finanziert Einsatz

Mit Radarwellen untersuchen die beiden Geo-Wissenschaftler Martin Waldhör (links) und Arno Patzelt das Gelände um die restaurierte Burg- ruine Löffelstelz in Mühlacker. Dort wollen sie Grundmauern von verschollenen Bauten mit Computermessungen wiederfinden.

MÜHLACKER. Die Forscher auf dem Gelände der Burgruine Löffelstelz sind neuen Geheimnissen auf der Spur. Mit elektromagnetischen Wellen durchkämmen sie den Untergrund. Eine bisher unbekannte Mauer wurde entdeckt.

Nach den Worten von Bauhistoriker Gerd Schäfer handelt es sich dabei um eine etwa neun Meter lange Mauer, die im Zeitraum zwischen 1180 und 1200 errichtet wurde. Auf der Bergkuppe über dem Enztal arbeitete sich der promovierte Geophysiker Arno Patzelt aus Mössingen Quadratmeter um Quadratmeter voran. „Wir erwarten hier die Reste eines Wirtschaftshofes oder einer kleinen Siedlung unter der Erde“, meinte Schäfer zu den Helfern des Schwäbischen Albvereins aus Mühlacker, die eine Spende von 2500 Euro zur Finanzierung dieser Arbeiten überbrachten. Bei der Sanierung der Burgmauern hatten die Mitarbeiter verfolgen können, wie die Vegetation auf der Kuppe „optisch streifenartig“ erschien und das Wachstum der Pflanzen durch den Untergrund von Meter zu Meter „andersartig sein“ konnte. Der Projektleiter berichtete von einer zunehmenden Zahl von wissenschaftlichen Anfragen zur Burgenlandschaft an der Enz. „Das Enztal ist in dieser Hinsicht eine Terra Incognita (Unerforschtes Land) . Warum liegen die Burgen flussabwärts zwischen Pforzheim und Besigheim bis auf die Niefernburg alle links vom Flusslauf?“ warf Schäfer Fragen auf.

Welche Rolle hat Burg in Enzberg

Dazu müsse die Rolle der Burg von Enzberg geklärt werden. Sei wirklich eine illegitime Kaisertochter Herrin von Enzberg gewesen? Der Löffelstelz-Experte will zusätzlich herausfinden, wie die Bewohner der Burg im frühen und Hochmittelalter über dem Enztal mit Wasser versorgt wurden. „Waren es diffuse Schüttungen oder war es das Regenwasser?“, nannte er zwei Alternativen. Der Historiker fragte auch, warum die Burgherren entlang der Enz schnell wieder verarmten. Der Transport des Erzes vom Bergwerk in Neuenbürg über die Enz an Pforzheim, Enzberg, Dürrmenz und Lomersheim vorbei habe einen erheblichen wirtschaftlichen Einfluss auf den Wohlstand der Burgherren gehabt. „Wurde im Mittelalter sogar Gold auf der Enz transportiert?“, fragte Schäfer. „Wir suchen hier nach weiteren Befunden für diese Thesen“, forderte Albrecht Münzmay, Vorsitzender des Verschönerungsvereins.

Archäologiegrabung fortgesetzt

Mit einigen ehrenamtlichen Helfern wie Songart Bodin hat der Archäologe Tilman Marstaller gestern nach einer Pause von einem Jahr seine Grabungen fortgesetzt. So sei unter dem Bewuchs die Auflagekonsole für ein Schildmauergebäude aus dem 13. Jahrhundert frei gelegt worden, berichtete der Grabungsleiter. Zwar sei dieser Bereich später als Steinbruch benutzt worden, „Scherben“ von Gefäßen aus dem Haushalt würden aber noch gefunden.

„Unsere Spende für diese Untersuchungen ist ein Teil des Geldes, das wir in den sechziger Jahren bei den Burgfesten des Schwäbischen Albvereins auf der Löffelstelz erwirtschaftet haben“, meinte Ehrenvorsitzender Heinz Seemann zur PZ.


Erstellt am: 10.05.2006
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