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Autor Betreff: Ingolstadt im Mittelalter, Archäologische Untersuchungen
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[*] Verfasst am: 18-5-2006 um 07:38
Ingolstadt im Mittelalter, Archäologische Untersuchungen



http://www.bayernmatrix.de/include.php?pat...b0b187732496b3e

Der Weg Ingolstadts zur Haupt- und Residenzstadt im Spiegel der Archäologie
Eintgetragen am 16.05.2006 von BAYERNMATRIX

Ingolstadt - Momentan werden in der Ingolstädter Altstadt an vier Stellen archäologische Untersuchungen durchgeführt: in der Ludwig­straße nordöstlich von St. Moritz, in der Griesbadgasse, in der Dollstraße und Am Bachl. Obwohl Baumaßnahmen und nicht wissenschaftliche Fragestellungen in. der Altstadt Richtung und Tempo der archäologischen Forschungen vorgeben, ist die Ar­chäologie in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Stadtgeschichtsforschung geworden. Zahlreichen Fragen kann nun systematisch nachgegangen werden. Besonders die Frühzeit Ingolstadts ist nur mit Hilfe der Archäologie darstellbar. Die derzeit laufende Ausstellung „Ingolstadt seit 806" im Stadt­museum zeigt das in anschaulicher Form. So erfüllt jede neue Ausgrabung nicht nur gesetzliche Vorgaben, sie schließt Kennt­nislücken oder eröffnet neue Perspektiven für die Stadtge­schichtsforschung.
Die Grabungsfläche an der Dollstraße liegt zwischen dem ältes­ten Siedlungskern der Stadt um die Moritzkirche und dem „Dorf" (vicus) im Schutterknie, das ebenfalls vor der Stadtwerdung In­golstadts bestand. Eine erste Sichtung der Funde aus der Doll­straße zeigt, dass beide Siedlungskerne schon vor dem 13. Jahrhundert zusammengewachsen waren. Ein zusätzliches Ar­gument dafür könnten die Schriftquellen liefern, die einen ersten „Stadtbrand" in beiden Siedlungsarealen nahe legen.
Mehrere, sich teilweise überlagernde Keller zeigen die intensive Nutzung des Grundstücks seit der Stadtwerdung. Die freigeleg­ten und mittlerweile abgetragenen Steinmauern dürften zu den ältesten Ingolstadts gehört haben. Bemerkenswert waren weiter-: hin mehrere Backöfen der frühen Neuzeit.
Die Grabungsfläche Am Bachl, weit außerhalb des ältesten Stadtkerns in der Donauniederung gelegen, zeigt das völlig an­dere, Erscheinungsbild dieses Stadtviertels im Mittelalter. Öfen, Brunnen und die Spuren allenfalls leichter Gebäude könnten auf eine vorwiegend wirtschaftliche Nutzung des ehemals vor den Stadtmauern gelegenen Areals hinweisen. Besonders beeindru­ckend sind großflächige Aufplanierungen. Sie zeigen, dass die Ingolstädter im 13: und 14. Jahrhundert der Donau mit großem Aufwand Land abtrotzten. Solche Maßnahmen waren schon beim Sparkassenneubau und in der Tränktorstraße zu beobach­ten gewesen. Unterstützt wurde dieses ehrgeizige Unterfangen von den Herzögen „wie es der Herrschaft, dem Land und der Stadt nützlich wäre". Es handelt sich somit um'Spuren einer her­zoglichen „Städtebauförderung" zum Wohle des Landes, nicht nur um eine Angelegenheit der Ingostädter: Die Grundmauern von Gebäuden, die in den Sandtnermodellen dargestellt sind, gehören schon zu den jüngerem Befunden.
Die Grabungen in der Griesbadgasse haben zwar ebenfalls mit­telalterliches Fundmaterial geliefert. Die aufgedeckten Strukturen sind jedoch bislang schwer zu deuten. Offenbar standen auf dem Gelände, das im 16. bis 18. Jahrhundert unbebaut war; auch im Mittelalter keine Gebäude. Hinweise auf die nahe gelegenen, herzoglichen Mühlen oder die historisch überlieferten Mühlen des karolingischen Kammergutes haben sich nicht eingestellt.
So ergänzt jede der derzeit laufenden Ausgrabungen unser Bild von Ingolstadt im Mittelalter. Die rasante Entwicklung der Stadt von ihrer Gründung bis zur Erhebung zur Residenzstadt und zu einer der Hauptstädte Bayerns wird im archäologischen Befund in anschaulicher Art und Weise erkennbar.
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