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Autor Betreff: Burgruine Hainburg - Niederösterreich
renevongruselstein
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Motto: No Mood

[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:08
Burgruine Hainburg - Niederösterreich



Schon von weitem sichtbar thront die mächtige Burgruine auf dem Schlossberg über der Stadt Hainburg an der Donau. Ein kurzer aber steiler Weg führt den kahlen Hügel hinauf und nach ungefähr 5 Minuten Gehzeit erreicht Ihr den ersten Torturm.

Die ursprünglich erste Hainburg ist nicht mit der heute erhaltenen Ruine gleichzusetzen. Sie stand einst bei Bad Deutsch Altenburg auf einer Felsplatte nördlich des Ortes. Die Wallburg auf dem Stein dürfte schon sehr früh, wahrscheinlich sogar schon im 10. Jahrhundert, bestanden haben. Sie ist heute allerdings verschwunden.

Im Jahre 1042 wird die "heimenburg" von König Heinrich III. verwüstet. Die Burg kommt im Jahre 1043 zur Ungarnmark des deutschen Reiches. Bischof Gebhard beteiligte sich im Jahre 1044 an den Feldzügen gegen die Ungarn. Im Winter des Jahres 1049 unternahm er gemeinsam mit dem Grenzheer einen Beutezug gegen die Ungarn, die daraufhin im Jahre 1050 die Burg zerstörten. In Nürnberg wird im Juli 1050 bei einem Reichstag der Wiederaufbau der Reichsveste Hainburg beschlossen. Als Hauptverantwortlicher für den Aufbau wurde Bischof Gebhard bestellt. im Jahre 1055 wird er auf Burg Wülfing, wegen seiner Empörung gegen Heinrich, festgenommen. Die Ungarnmark wurde aufgelassen und diese Hainburg dürfte ihre Bedeutung verloren haben.

Die Grafen von Sulzbach begannen ungefähr ab dem Jahre 1065 mit der Erbauung einer kleinen, heute verschwundenen Burg und eines Marktes mit Kirche am Fusse des Schlossberges. Der Name Hainburg wurde von der bei Bad Deutsch Altenburg gestandenen Hainburg übernommen. Nach dem Aussterben der Grafen von Sulzbach kam Hainburg im Jahre 1188 an die Babenberger.

Herzog Leopold V. wollte mit dem Lösegeld, das er für König Richard Löwenherz bekommen hatte, schon längst geplante Burgbauten ausführen. Unter ihnen war auch der Ausbau von Hainburg geplant. Er hatte ja für die damalige Zeit eine beträchtliche Summe zur Verfügung, denn immerhin soll es sich bei dem Lösegeld um elfeinhalb Tonnen Silber gehandelt haben. Er starb jedoch zu früh, im Jahre 1194, und so konnte erst sein zweiter Sohn Leopold VI. mit dem Burgbau beginnen. Herzog Leopold VI. ließ um das Jahr 1200, wahrscheinlich schon zwei bis drei Jahre vorher, den Markt Hainburg mit Wehranlagen verstärken und baute in bis an die Donau reichend aus. Auf der Kuppe des Schlossberges ließ er eine neue Hochburg, die heutige Ruine, erbauen.

Im Frühjahr des Jahres 1252 heiratete König Przemysl Ottokar II. von Böhmen die Schwester des letzten schon verstorbenen Babenbergers, Margarethe. Die Hochzeit fand in der Pankratiuskapelle auf der Burg Hainburg statt. Es handelte sich aber um eine reine Erbschaftsheirat, denn der heißspornige König war erst 23 Jahre alt, Margarethe aber bereits 47 Jahre alt. Im Jahre 1260, in dem er den ungarischen König vernichtend besiegt hatte, ließ er sich durch einen Bischof von Margarethe scheiden. Zur gleichen Zeit erbaute er auch den großen, noch heute erhaltenen und im Mittelpunkt der Burg stehenden, Wohnturm. Ein Jahr später heiratete er Kunigunde, die Enkelin des Ungarnkönigs Bela IV.. Auf der Burg fanden im Jahre 1270 wichtige Verhandlungen zwischen König Ottokar und den Ungarn statt. Im Jahre 1277 verhandelte König Rudolf von Habsburg auf der Burg mit den Ungarn.

In den folgenden Jahren unterstand Hainburg, wegen seiner Bedeutung als wichtigste Grenzburg gegen die Ungarn, den Landesfürsten. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war die Burg aber meistens verpfändet. Unter den Pfandnehmern scheinen die Dörr von Deutsch Altenburg, die Enzersdorfer von Röthelstein, die Stuchsen von Trautmannsdorf und die Kranichberger von Petronell auf. Im Jahre 1482 eroberte Matthias Corvinus Hainburg, doch Maximilian I. konnte die Burg im Jahre 1490 wieder zurückgewinnen.

Durch einen Blitzschlag explodierte im Jahre 1569 der Pulverturm der Burg und zerstörte die bereits durch die Türken im Jahre 1529 verwüstete Burg komplett. Die Burg wurde nur mehr notdürftig instandgesetzt und diente bis ins 18. Jahrhundert als Festung. Bastionen und Kasematten wurden errichtet. Die Pfandherren des 16. Jahrhunderts saßen deshalb größtenteils nicht mehr auf der bereits ruinösen Burg sondern im Hundsheimerhof. Die Herren von Zelking waren ab dem Jahre 1514 die Pfandherren. Ihnen folgten im Jahre 1569 die Ginger, im Jahre 1574 die Trautson Freiherrn von Sprechenstein und ab dem Jahre 1593 die Unverzagt.

In den Jahren 1620 und 1621 wurde Hainburg von Bethlen Gabor belagert, dieser mußte aber sieglos wieder abziehen. Zur Verteidigung wurde die Burgstadt mit starken Geschützen verstärkt. Im Jahre 1683 fielen die Türken ein zweites Mal in Hainburg ein und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Sie brannten die Burgstadt nieder und ermordeten oder verschleppten über 8000 Menschen. Hainburg war so stark zerstört, daß es von Ansiedlern wieder neu aufgebaut werden mußte.

Kaiser Leopold I. verkaufte im Jahre 1703 die Herrschaft Hainburg an Johann Jakob Graf Löwenburg. Er begann mit kleinen Restaurierungsarbeiten an der Burg und ließ die Kapelle im Jahre 1709 neu eindecken. Auf Graf Löwenburg folgten über ein Dutzend Adelsfamilien als Herrschaftsinhaber, bis im Jahre 1852 Kaiser Franz Joseph I. die Burg, zu dieser Zeit eindgültig zu Ruine verfallen, wieder zurückkaufte.

Im Jahre 1977 kaufte die Stadtgemeinde Hainburg die Burgruine an. Bereits seit dem Jahre 1975 bemüht sich die Arbeitsgruppe Schlossberg um die Restaurierung und Erhaltung der Ruine was auch in vorbildlicher Weise gelungen ist. Die Burgruine ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und in ihr werden auch verschiedene kulturelle Aktivitäten, wie Theateraufführungen oder Konzerte, abgehalten. Ein Besuch der Burgruine ist sehr empfehlenswert. Ihr solltet Euch aber etwas Zeit nehmen, denn es gibt sehr viel Interessantes in der großen Ruinenanlage zu bewundern und entdecken.

Das ganze Gipfelplateu des Schlossberges wird von einem doppelten Mauerring umschlossen. Zwischen den beiden Mauern befindet sich der schmale Zwinger. Seine beiden Bastionen wurden im 16. Jahrhundert erbaut. Der schräggestelle Torbau im inneren Bering besteht aus Bruchsteinmauerwerk. Die Torhalle war nur mit einem Tor auf der Seite des Burghofes gesichert, die andere Seite wird von einem wuchtigen Torbogen aus Haussteinen überspannt. Der Torbau und der Torturm dürften um das Jahr 1260 entstanden sein.

In der Mitte des Burghofes steht die Pankratiuskapelle mit ihrer halbrunden Apsis. Die schmalen Fenster der Kapelle konnten notfalls auch als Schießscharten Verwendung finden. Einst führte eine Holzbrücke von der Kapelle in das Obergeschoß des nebenstehenden Wohnturmes. Im Jahre 1709 wurde bei der Sanierung durch Graf Löwenburg der leere Raum zwischen den beiden Bauten überbaut. die Kapelle hat ihren Ursprung gegen Ende des 12 Jahrhunderts und gehört somit zu den ältesten Bauten der Burgruine.

Der große Wohnturm zeigt einen quadratischen Grundriß und wurde im Jahre 1260 errichtet. Der viergeschoßige Wohnturm diente gleichzeitig als Berchfrit der Burg. Das Erdgeschoß des Turmes konnte man früher nur vom Obergeschoß aus erreichen. Ursprünglich war auch der Eingang im Obergeschoß nur mit einer aufziehbaren Leiter erreichbar, wie es bei den Berchfriten zum besseren Schutz vor Feinden üblich war, denn der Berchfrit war ja der letzte Rückzugspunkt einer Burg. Der Raum im Hauptgeschoß läßt noch ein leicht spitzbogiges Kreuzrippengewölbe erkennen. Steinstiegen in der der sehr dicken Mauerstärke des Turmes führten in die oberen Geschoße.

Vom Palas, der ebenso wie die Kapelle zum ältesten Teil der Burgruine gehört, stehen nur mehr die Grundmauern und eine hohe Giebelwand.

Vom Schlossberg aus kann man die zu Füßen liegende Stadt Hainburg mit seinen noch erhaltenen Wehrbauten und das neue Schloss in aller Ruhe überblicken und erforschen. Auch solltet Ihr einen Blick auf die beherrschende und imposante Stadtburg von Pressburg nicht versäumen.

Den besten Blick auf die Burgruine Hainburg hat man vom Braunsberg aus. An klaren Tagen hat man von hier auch eine traumhafte Fernsicht auf die beiden berühmten Marchfeldschlösser Schlosshof und Niederweiden. Von hier aus erblickt man auch die auf ihrem Felsen romantisch liegende Burgruine von Devin. Wenn Ihr auf den Braunsberg fahrt, nicht vergessen, an seinem Fusse den kurzen Fußweg zur Ruine Röthelstein zu begehen!

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renevongruselstein
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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:10
Burgruine Hainburg 2. Foto



So gehts weiter in die Burgruine.

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:11
Burgruine Hainburg 3. Foto



Einmal kurz Umdrehen!

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:12
Burgruine Hainburg 4. Foto



Endlich das "Herz" der Burg!

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:13
Burgruine Hainburg 5. Foto



Sieht doch noch gut erhalten aus!

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:13
Burgruine Hainburg 6. Foto



Sieht doch recht impossant aus!

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:14
Burgruine Hainburg 7. Foto



Das beschriebene Kapellenfenster!

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:15
Burgruine Hainburg 8. Foto



Da gibts noch genug zu entdecken!

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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:15
Burgruine Hainburg 9. Foto



Keine Angst der Steinbogen hällt beim Durchgehen!

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renevongruselstein
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[*] Verfasst am: 26-8-2004 um 23:17
Burgruine Hainburg 10. Foto



Falls Ihr doch etwas müde werdet, ein schöner Platz zum Ausruhen!

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Wilhelm von Baumgarten
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Motto: Schildes ambet ist min art !

[*] Verfasst am: 1-1-2005 um 15:43


Wer genau hinsieht wird merken das im Mauerwerk halb Carnuntum wiederverwendet wurde.



No nobis domine, no nobis,
sed nomine tuo da gloriam !
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burgenkunde_markus
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[*] Verfasst am: 2-1-2005 um 04:09


@Wilhelm von Baumgarten
ja du hast recht. ich hab kürzlich gelesen, das die gesamte hainburger stadtmaue mitsamt den toren aus den resten von carnuntum erbaut wurde. carnuntum war die größte siedlung in diesem raum, reichte bis petronell und hatte zwischen 40.000 und 50.000 einwohner, weit mehr als so manche stadt im mittelalter hatte.
im übrigen fiel von carnuntum so viel baumaterial an, das auch bei anderen burgen der näheren umgebung einiges an römischen material zu finden ist (zB röthelstein bei hainburg, pottenburg usw)
vg aus wien
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