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Autor Betreff: Hengist
karolyi
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[*] Verfasst am: 19-2-2007 um 09:07
Hengist



Vergangene Woche habe ich die Umgebung von Hengsberg im Bez. Leibnitz einmal näher betrachtet und dort bestaunt was alles im Zuge des Bahnbaues der Koralpenbahn so ans Tageslicht kommt. Besonders beeindruckt hat mich die Kirche von Hengsberg. Laut Forschungsergebnis sollte es sich hier doch um die besagte Hengistburg (Hengstenburg) handeln. Ich würde mich freuen, wenn jeman, dass von mir aufgenommene Relief oder ähnliche kennen würde. Ich nehme an, dass es sich hier um einen Wappenkopf handelt.

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martin
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[*] Verfasst am: 19-2-2007 um 22:04


Jetzt bin ich echt sprachlos :
Ich habe an Kapitellen schon einiges gesehen, aber das ist ein echtes Unikat.
Würde meinen, daß es sich um ein kapitell einer Halb- bzw. 3/4 Säule handelt, also wahrscheinlich ein Säulschen links oder rechts einer Türe ?
Datierung wegen Mangel an Vergleichsbeispielen schwierig. Auf Grund der Form der nicht mehr vorhandenen Säule würde ich auf frühgotisch, also so um 1230-1250 tippen.
Hast du noch ein Foto auf dem der Zusammenhang erkennbar ist ?
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karolyi
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[*] Verfasst am: 20-2-2007 um 09:17
Hengist



Ja es ist eine frühgotische Kirche sie hat aber einen weitaus größeren romanischen Teil und noch ältere Fundamentunterbauten einer Altkirche welche von Fr. Dr. Schafler 1978 freigelegt worden sind. Es ist das ein Eppensteiner Bau und bereits Adalbero wird hier genannt bis er 1035 nach Freising zurückgekehrt ist. Weiters gibt es ein gutes Buch von Paul Ofner Hengistfeldon-Hengistburg-Hengsberg.
Es hat hier auch die Römerstrasse in Richtung Lassnitz-Stainztal vorbeigeführt und ist bei diesem Bahnbau freigelegt worden.
Ich schicke Dir weitere Bilder per Mail.

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Rambo
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[*] Verfasst am: 20-2-2007 um 14:44


Jaja, bei der Grabung war ich auch :cool: Wurde übrigens von der Firma ARGIS durchgeführt.
Nur Hengist hat webni mit der Hengistburg zu tun, obwohl in Grötsch ein frühmittelalterliches Gräberfeld ausgegraben wurde.
Im besagte Buch von Paul Ofner steht zwar das hier die Hengistburg gestanden haben soll, jedoch... ist es keine wissenschaftliche Abhandlung und beruht lediglich auf die Forschungstätigkeit von Herrn Paul Ofner.
Ich vermute die Hengistburg an einer anderen Stelle, allerdings auch nicht auf dem Schlosskogel bei Wildon.
Gruß Rambo
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karolyi
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[*] Verfasst am: 21-2-2007 um 08:25


Ich war selbst in Grötsch dabei, und dass war eine Grabung die von Kramer, Hudesek geleitet worden ist. Es ist damals einiges danebengegangen. genauso ist es auch mit Hengsberg. ARGIS ist Fuchs und Fuchs übersieht auch Spuren, siehe Rassach. Die Ausgrabung hier in Hengsberg hat Dr. Schafler geleitet und durchgeführt. Meiner Meinung nach sehr gewissenhaft. Leider sehen aber sämtliche Professionisten nur das was vor ihnen liegt. Geht man aber in der weiteren Umgebung und sucht nach weiteren Indizien wird man meistens fündig. So wirst du wenn du deine Augen aufmachst ausserhalb vom Ort Hengsberg auch eine noch gut sichtbare Wallanlage vorfinden.;)
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Rambo
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[*] Verfasst am: 21-2-2007 um 11:40


@ karoly, ich kenne Hengsberg sehr gut auch den Wall und es gibt noch andere Punkte die sicherlich eine Untersuchung wert wären. Klarerweise war ich auch in Grötsch dabei, ist allerdings schon sehr lange her, ich will allerdings kein Kommentar über die Grabungsmethoden von Kramer abgeben.
Fuchs ist einer der besten Archäologen die ich kenne, ich arbeite sehr gerne mit ihm.
Die Römerstrassengrabung von ARGIS war jedoch meiner Meinung nach schon sehr gut. Jedoch darf man nicht vergessen, dass bereits vor dieser Grabung zumindest ein Grabes im Bereich der Strasse ausgegraben wurde. Besonders beeindruckt war ich von der Größe der Grabungsfläche und von den Befunden welche man durch diese Grabung erhalten hat.
Gleichzeitig mit der Grabung von Argis, war auch eine Grabung in St. Martin i.S. und so hat es mich ein wneig "herumgerissen" ;)
Gruß Rambo

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Rambo
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[*] Verfasst am: 21-2-2007 um 11:41


Strassenschnitt

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Rambo
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[*] Verfasst am: 21-2-2007 um 11:41


Grab

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karolyi
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[*] Verfasst am: 21-2-2007 um 16:50


Bin ganz Deiner Meinung, Fuchs ist okay. Kenne auch die Grabung vom Glasererkogel von ihm und die war sauber. Nur ist er leider halt auch ein wenig ein Dickkopf. Würde er etwas mehr Technik zulassen, dann ist halt ein Schwert nicht zu übersehen.
Gerade da sieht man aber Heute, wenn die technischen Möglichkeiten mit der notwendigen Präzision, wie eben bei diesem Bahnbau, eingesetzt wird, so erreichen wir das maximale Ergebnis. Erst die Gesamtheit aller Mittel in der Archäologie, auch die Archäologen untereinander spez. miteinander, könnten zur Zeit mehr Befunde liefern, aber auch Beweise erbringen als es in den letzten Hundert Jahren je geschehen ist.
;)
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Rambo
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[*] Verfasst am: 21-2-2007 um 18:19


Servus
Ich verstehe das als verspäteten Faschingscherz " die Archäologen miteinander" an
Fuchs hatte zB bei der Römerstrassengrabung sehr wohl einen Metalldetektor im Einsatz. Leider war es allerdings das muß ich zugeben ein sehr altes Modell aber gerade Gerald Fuchs ist für mich einer wenige Archäologen, der auf moderne Mittel zurückgreift und diese auch anwendet.
Ich verstehe allerdings auch die Problematik, man muß sich mit den modernen Methoden auskennen vor allem der Bediener dieser Mittel. Wenn nun jemand mit einem Metalldetektor sucht der wenig Ahnung davon hat, kann es leicht sein, das etwas übersehen wird. Die Sonde nur schwenken reicht nicht, man muß sich auch damit auskennen. Vor ein paar Jahren war es undenkbar das Archäologen bei ihren Grabungen ein Metallsuchgerät verwenden, was bisher bei diesen Grabungen übersehen kann man nicht einmal erahnen. (Es gab zB beim LMJ vor Jahrzehnten bereits ein Metallsuchgerät, das war aber auch eher ein Museumsstück)
z.B. Am Sonntag waren wir auf dem weggeschobenen Gräberfeld in St. Martin i.S. Wir hatten da zwei verschiedene Metallsonden im Einsatz. (Fisher 1270 und Whites Prizm IV) Nicht immer zeigten die Geräte das Selbe an, außerdem hängt es stark von der Fundtiefe und auch von der Bodenbeschaffenheit ab. Trotzdem konnten wir wenigstens ein paar Metallfunde orten und lokalisieren. Übrigens sehr traurig wenn man so etwas wie in St. Martin sehen muss, es war schwer bis unmöglich die Lage der ehemaligen Grabhügel zu lokalisieren.
Vor allem bei Böden welche verschrottet sind, wie etwa Äcker, kann es schnell passieren, das der „Sondler“ „das Handtuch wirft“ wenn den den x-ten Nagel gefunden hat.
Wenn man jedoch den Eisenmodus wegblendet findet man zB. auch kein Schwert.
Es ist sicherlich nicht die Schuld des Archäologen wenn etwas übersehen wird, sondern die Schuld des Bedieners dieser Geräte.
Gruß Rambo
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karolyi
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[*] Verfasst am: 22-2-2007 um 08:54


Ich denke da nicht nur an Sonden welche bei unseren stark manganhältigen Böden Schwierig zu bedienen sind und einen 10er hast du nicht alle Tage, nein auch ander Mittel können eine Große Hilfe sein. Es beginnt eigentlich schon bei den großen Maschienen wiez.B. Bagger, ein guter Fahrer kan grossflächig eine Schicht imzentimeter Bereich machen. Das hast du ja bei diesem Bahnbau erlebt.
Eine Edikula findet man auch nicht jeden Tag und da sieht man auch eine optimale zusammenarbeit zwischen Baufirma und der Archäologie. Anderseits gibt es noch viele Mess-Möglichkeiten wie C14, DNA was beinahe nicht eingesetzt wird usw.
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Rambo
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[*] Verfasst am: 22-2-2007 um 18:00


Es stellt sich nur die Frage wer soll die DNA Analyse oder eine C-14 Datierung bezahlen.
Bei dem Budget das für die steirische Archäologie zur Verfügung steht, wundert es mich das überhaupt noch irgendwo gegraben wird. Es können nicht einmal die Notgrabungen finanziert werden an DANN oder C-14 ist da schon gar nicht zu denken.
Gruß Rambo
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Herbert
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Motto: Drei Schlösser in Ruinen! Wie ward wohl zwischen ihnen. Von Fels zu Felsen einst verkehrt.

[*] Verfasst am: 1-4-2009 um 15:40


Auf der Homepage der Pfarre steht, dass unter der Kirche eine römische Apside aus dem Jahre 470 archäologisch ergraben wurde. Weiters ist dort zu lesen, die Kirche besteht aus zwei Kirchen (Burgkirche und Leutekirche), die im Jahre 1072 zusammengabaut wurden.
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Andreas
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[*] Verfasst am: 1-4-2009 um 18:53


http://www.hengsberg.com/images/stories/pdf-dokumente/St_Laurentius_Kirche.pdf

http://www.hengsberg.com/images/stories/pdf-dokumente/Geschichte_der_Hengistb...
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