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Autor Betreff: Hausberg Kühberg in Dürnstein NÖ
Oliver de Minnebach
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Motto: Wen interessiert Bauforschung?!?

[*] Verfasst am: 15-2-2008 um 23:27
Hausberg Kühberg in Dürnstein NÖ





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Oliver de Minnebach
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smile.gif Verfasst am: 15-2-2008 um 23:28
Mein Bericht für den aktuellen Band der FÖ



HOCH- und SPÄTMITTELALTER

KG Dürnstein
SG Dürnstein
VB Krems

Niederösterreich

GK-Österreich MGI 34 rechts: -59810 hoch: 5362229

Nordöstlich des Stadtgebietes von Dürnstein, etwa 250 m von der Pfarrkirche Dürnstein entfernt, zieht ein schmaler Felssporn von der Waldviertler Hochfläche ins Donautal. Am untersten Bereich des Spornes, in der Flur Kühberg, zeichnet sich im Gelände ein isoliertes Rundplateau von ca. 10 m Durchmesser ab, das gegen das relativ steil ansteigende, felsenzerklüftete Hintergelände, durch zwei Wälle und zwei seichte Gräben geschützt wird (Parzelle 648/2, 88/1, 88/2). Eine nur mehr schwach in Erscheinung tretende Hangstufe umzieht das Rundplateau. Zum Tal schließen Weingartenterrassen an.
Durch die über Jahrhunderte währende Nutzung des umliegenden Geländes als Schafweide hat sich ein charakteristischer Trockenrasen etabliert der nur vereinzelt das Aufkommen von Buschwerk erlaubt. In der Nähe des Kremsertores zieht auf der Westseite des Spornes eine Wegtrasse zur Anlage hinauf, welcher wahrscheinlich den ehemaligen Zugang bildet.
Im Februar 2005 wurden vom Verfasser durch Begehung der von ihm im Dezember 2004 entdeckten Hausberganlage insgesamt 1,2 kg (23 Stück) hochmittelalterliche Keramik aufgelesen. Wenige fingernagelgroße Bruchstücke aus mit Quarzsteinchen gemagertem, reduzierend gebranntem Grafitton sind nur allgemein in das 12. bzw. 13. Jh. zu stellen. Den Hauptanteil bildet aber grob mit Steinchen und Grafitbröckchen gemagerte, stark glimmerhältige und oxidierend gebrannte Keramik, die aufgrund ihrer charakteristischen Randformen in den Übergang des 13. zum 14. Jh. zu datieren ist.
Vereinzelt befinden sich auf dem Abhang spärliche Reste von Kalkmörtel. Die auf dem Rundplateau aufgefundenen rezenten Ziegelbruchstücke gehörten zum Fundament eines Aussichtspavillons der in jüngerer Zeit abgerissen wurde.
Die ursprüngliche Bebauung des Plateaus bleibt in Frage gestellt, da nur wenige Indizien für eine Massivbebauung aus Stein sprechen. Wenn eine solche vorhanden war, dann ist es nahe liegend, dass nach der Aufgabe der Anlage, diese von den Bewohnern der Stadt zur Gewinnung von Baumaterial verwendet wurde.
Über die kleine Hausberganlage gibt es keinerlei urkundlich sicher zuordenbare Quellen und so handelt es sich vielmehr um eine vorgeschobene Warte der Burg Dürnstein bzw. um einen kleinen Dienstmannensitz. Nach R. Büttner sind zwischen 1197 und 1488 Adelige nachweisbar, die sich nach Dürnstein nennen, aber kaum auf der Hauptburg bzw. dieser Hausberganlage gesessen sein dürften. Deren Sitz wäre an der Stelle des heutigen Schlosses oder auch am Tabor denkbar. Einzig 1490 wird dezidiert ein Pfleger des Tabors genannt. Im 14. Jh. finden sich zahlreiche Nennungen von Pflegern, deren Sitz traditionellerweise in unmittelbaren Nahbereich bzw. in der Vorburg der Hauptanlage zu suchen ist.

Oliver FRIES
Literatur:
Rudolf Büttner, Burgen und Schlösser an der Donau, St. Pölten 1977, 148 ff.

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Kühberg 1.JPG - 31.88kb
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